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Der Paritätische Wohlfahrtsverband sieht in seinem am Donnerstag veröffentlichten Armutsbericht einen Beleg für fehlenden politischen Willen, Armut wirksam zu bekämpfen. Das Problem sei hausgemacht, sagte Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider der Deutschen Presse-Agentur. "Wenn wir im fünftreichsten Land der Erde seit Jahren super Wirtschaftsdaten haben, aber sich an der Armut kaum etwas ändert, dann ist das ein politisches und kein volkswirtschaftliches Problem."

Für den "Armutsbericht 2019" hat der Verband nach eigenen Angaben bereits veröffentlichte Zahlen des Statistischen Bundesamts zur sogenannten Armutsgefährdungsquote in Bund und Ländern ausgewertet und daraus errechnet, wie sich Armut regional in Deutschland verteilt. Dabei zeichnen sich nach Angaben des Paritätischen "besorgniserregende Entwicklungen und neue Problemregionen insbesondere in Westdeutschland ab".

Graben verläuft nicht mehr nur zwischen Ost und West

Es gebe eine wachsende Kluft zwischen Wohlstandsregionen vor allem im Süden und Armutsregionen im Osten und Westen Deutschlands. "Der Graben verläuft längst nicht mehr nur zwischen Ost und West", sagte Schneider.

Armut wird in Deutschland über das Haushaltseinkommen und die daraus folgenden Möglichkeiten an gesellschaftlicher Teilhabe definiert. Wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat, gilt als armutsgefährdet. Für die Armutsquote wurden dem Bericht des Paritätischen zufolge alle Personen gezählt, die in Haushalten leben, deren Einkommen diese Grenze unterschreitet. Basis waren unter anderem bereits veröffentlichte Daten des Statistischen Bundesamts.