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Nach zwei Messerattacken in Celle mit einem Toten und einem Schwerverletzten prüft die Polizei, ob die Gewalttaten miteinander in Zusammenhang stehen könnten. "Bisher gibt es aber keine belastbaren Verbindungsstränge", sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag. Terror schlossen die Beamten aus. Am Montagabend war ein 54 Jahre alter Mann nach einer Attacke in seiner Wohnung gestorben. Die Polizei hatte gegen 20.10 Uhr über einen Notruf von dem Angriff erfahren. Gemeldet wurde ein Überfall. Als mutmaßlicher Täter wurde ein 45-Jähriger, der sich im selben Haus aufhielt, festgenommen. Es gebe Hinweise, dass der Tatverdächtige und das Opfer sich kannten, sagte die Sprecherin.

20-Jähriger Tatverdächtiger festgenommen

Kurz danach, gegen 21.00 Uhr, erfuhr die Polizei von Mitarbeitern eines Krankenhauses, dass ein 59-Jähriger in einem anderen Stadtteil mit einem Messer schwer verletzt worden war. Er war nach einer Not-Operation außer Lebensgefahr. Seiner Aussage zufolge verletzte ihn ein junger Radfahrer im Vorbeifahren mit einem Messer. Die Polizei rief zunächst Anwohner auf, zu Hause zu bleiben. Zu dem Zeitpunkt habe man nicht ausschließen können, dass weitere unbeteiligte Menschen attackiert werden könnten, sagte die Sprecherin. Die Warnung wurde am frühen Morgen aufgehoben. Im Fall der zweiten Attacke wurde ein 20 Jahre alter Tatverdächtiger festgenommen.

Die 70 000-Einwohner-Stadt Celle war erst vor zwei Wochen wegen eines Raubüberfalls auf einen Juwelier in den überregionalen Schlagzeilen. Der 71 Jahre alte Besitzer des Geschäftes erschoss die beiden Räuber. Die Ermittler prüfen, ob es sich dabei um Notwehr oder ein vorsätzliches Tötungsdelikt handelte. Diese Häufung von Vorkommnissen sei ungewöhnlich, sagte die Polizeisprecherin.

Die Beamten waren in der Nacht zum Dienstag mit einem Großaufgebot im Einsatz. Im Verlauf des Tages wollten die Ermittler weitere Zeugen befragen und in beiden Fällen den Tathergang rekonstruieren. Bei beiden Messerattacken konnte die Polizeisprecherin am Morgen noch nichts zu den Motiven der Täter sagen. Die Verdächtigen und die Opfer seien Deutsche, sagte sie.