Eine Personenschützerin der niederländischen Prinzessin Amalia (12) hat ihre Pistole auf dem Mädchenklo von Amalias Schule in Den Haag liegengelassen. Das bestätigte ein Polizeisprecher am Donnerstag: "Das war ein menschlicher Fehler, der nicht passieren dürfte", sagte der Sprecher. "Ein unglücklicher Moment der Unaufmerksamkeit, der sie selbst wahnsinnig ärgert", sagte der Beamte über die Leibwächterin.
 
Weder Prinzessin Amalia, eine Tochter von König Willem-Alexander und Königin Máxima, noch die Mitschülerinnen hätten die Polizeipistole jedoch in der Hand gehabt. Die Mädchen seien, als sie die Waffe in der Toilette fanden, der Leibwächterin hinterhergelaufen und hätten sie gefragt, ob sie ihre Pistole nicht lieber mitnehmen wolle. Die Polizistin sei daraufhin in das Klo geeilt, habe ihre Waffe ergriffen, in das Holster gesteckt und sei verschwunden.

Keine Strafe für Personenschützerin
 
Prinzessin Amalia war erst im August in das Christliche Gymnasium Sorghvliet in Den Haag aufgenommen worden, dessen Wahlspruch "In Sorghvliet passiert mehr!" lautet. Der Schuldirektor sagte dem niederländischen TV-Sender NOS, dank des "schnellen und korrekten Handelns der Betroffenen" sei "die Sicherheit unserer Schüler nicht gefährdet gewesen". Deswegen habe man auch beschlossen, die Eltern nicht über den Waffenfund auf dem stillen Örtchen zu unterrichten.
 
Die Polizei teilte mit, alle Beamten seien nach dem Vorfall noch einmal an die Regeln für den Umgang mit ihren Dienstwaffen erinnert worden. Die vergessliche Personenschützerin sei aber nicht bestraft worden. Die Beamtin gehört zu einer speziellen Sicherungsgruppe der Polizei, die für den Schutz der niederländischen königlichen Familie zuständig ist.