RKI: Aktuelle Zahlen

Die Corona-Krise in Deutschland

Das neue Coronavirus Sars-CoV-2, das im Dezember 2019 ausgebrochen ist, verbreitete sich Anfang 2020 auch in ganz Deutschland. Mehrere teils harte Lockdowns sowie Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen wurden seitdem beschlossen, um die pandemische Lage einzudämmen. Nach einem milden Sommer 2021 sorgte die stockende Impfquote im Spätherbst für viele Neuansteckungen. Mit dem Abklingen der vierten Welle breitete sich zusätzlich eine deutlich ansteckender Virus-Variante aus Südafrika aus.

Omikron katapultiere das Infektionsgeschehen 2022 auf neues Rekord-Niveau. Da die neue Virus-Variante aber nur vergleichsweise wenige schwere Infektionen verursacht, ist die Lage in den Krankenhäusern aktuell weitgehend stabil. Die Regierung setzte den Kurs deshalb im März 2022 auf Lockerungen. Den aktuellen Stand zu allen Regel und Beschränkungen in Deutschland aufgrund der Corona-Pandemie hält die Bundesregierung auf Ihrer Corona-Maßnahmenseite fest.


Wie stark breitete sich der Coronavirus Sars-CoV-2 bislang in Deutschland aus?

Obwohl die erste Welle der Coronavirus-Pandemie weniger stark war, als von Experten befürchtet, erwischte die zweite Welle Deutschland wie auch den Rest der Welt mit voller Wucht. Im Frühjahr 2021 breitete sich aufgrund der Viren-Mutationen außerdem die dritten Welle über Deutschland und den ganzen Erdball aus. Im Herbst 2021 stiegen die Neuinfektionen mit Corona wieder sprunghaft an. Seit Anfang 2022 bestimmt die hochansteckende Virus-Variante Omikron die Pandemie und sorgte im Frühjahr für Rekord-Inzidenzen. Im Sommer 2022 sind die Infektionszahlen deutschlandweit wieder auf hohem Niveau.  

Mit Stand Anfang September 2022 infizierten sich in Deutschland bislang rund 32,2 Millionen Menschen mit COVID-19, davon starben über 147 Tausend Patienten. Über 31,3 Millionen Infizierte gelten offiziell als genesen. Die Impfquote der zweifach geimpften Menschen in Deutschland liegt Anfang September 2022 bei 76,3 Prozent. 62 Prozent haben mindestens eine Auffrischungsimpfung erhalten. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz und weitere tagesaktuelle Zahlen gibt es stets auf der Seite des Robert Koch-Instituts.


Was bedeutet die Pandemie durch Corona für das Gesundheitssystem und die Gesellschaft?

Das hängt maßgeblich von einem Faktor ab: der Geschwindigkeit der Ausbreitung. Je besser es gelingt, die Rate der Ansteckungen kleinzuhalten, desto geringer dürfte der Druck auf das Gesundheitssystem und die Gesellschaft sein.

 

Problematisch wird das Infektionsgeschehen vor allem dann, wenn es komprimiert in kurzer Zeit auftritt. Dann drohen volle Wartebereiche und Arztpraxenknapp werdende Intensivbetten und vollkommen überlastete Ärzte, Pflegekräfte und Gesundheitsämter.


Wie ansteckend ist das Coronavirus?

Mit Stand Anfang September 2022 beziffert das Robert Koch-Institut (RKI) die Reproduktionszahl des Coronavirus in Deutschland auf 0,94. Das heißt, dass 100 Erkrankte im Durchschnitt etwa 94 weitere Personen anstecken. Nur wenn die Reproduktionszahl unter 1 liegt, gehen die Infektionen auf Dauer gesehen zurück.

Das Virus vermehrt sich im Rachen und verbreitet sich vor allem durch Tröpfchen und kleinere Aerosole in der Luft, etwa beim Husten und Sprechen

 

"Es ist das Einatmen einer solchen Wolke, die einen infiziert in den meisten Fällen." Nur in Kontaktsituationen gibt es demnach ein reales Risiko - etwa, wenn man mit einem Infizierten ungefähr eine Viertelstunde oder länger gesprochen habe.

 

Die Inkubationszeit - der Zeitraum zwischen Infektion und Beginn von Symptomen - beträgt in der Regel nach derzeitigem Stand etwa vier bis sechs Tage.


Ist Corona mit einer Grippe vergleichbar? Wie gefährlich ist Corona wirklich?

Die meisten Menschen haben nur leichte Erkältungssymptome mit Frösteln und Halsschmerzen oder gar keine Symptome. Hinzukommen können Fieber und Husten, wie sie auch bei einer Grippe auftreten. Auch Kopfschmerzen oder Durchfall sind möglich.

 

Laut RKI-Präsident Wieler kommt es in etwa einem von fünf Fällen zu einem schwereren Verlauf. Patienten bekommen unter anderem Atemprobleme oder eine Lungenentzündung. Betroffen sind zumeist Menschen aus Risikogruppen wie Krebskranke in Chemotherapie, alte Menschen und solche mit Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder auf Diabetes zurückgehende Organschäden.

 

Todesfälle – etwa durch Atemstillstand, septischen Schock oder Multiorganversagen – sind selten.

 

Grippe und Corona sind von einem Virus verursachte Atemwegserkrankungen, deren Verlauf sehr unterschiedlich sein kann – von symptomlos oder mild bis hin zu sehr schwer, mitunter gar tödlich.

  

Beide Erreger werden vorwiegend über Tröpfchen und Aerosole, etwa beim Sprechen oder Husten, oder auch direkten Kontakt übertragen. Allerdings kann sich laut WHO Influenza (Grippe) rascher ausbreiten als das Corona-Krankheitsbild Covid-19.

 

Schwere bis lebensbedrohliche Verläufe gibt es jedoch nach bisherigen Auswertungen bei Covid-19 häufiger als bei der Grippe. Seit Dezember 2020 gibt es nun Impfstoffe gegen Sars-CoV-19, die nachweislich vor allem vor schweren Krankheitsverläufen schützen. Aktuell ist die Impfquote in Deutschland allerdings noch zu niedrig, um die Corona-Pandemie damit beenden zu können. 


Wie lässt sich die neue Lungenkrankheit Covid-19 behandeln?

Schwer erkrankte Patienten werden aktuell vor allem symptomatisch behandelt: mit fiebersenkenden Mitteln, der Therapie etwaiger bakterieller Zusatzinfektionen und mitunter mechanischer Beatmung. In Einzelfällen werden auch antivirale Medikamente getestet. 

Neben Impfstoffen wird mit Hochdruck auch an wirksamen Medikamenten gegen Covid-19 geforscht. Das Medikament "Paxlovid" vom Pharmaunternehmen Phizer hat von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) bereits eine bedingte Zulassung erhalten. Der Wirkstoff des Medikaments stoppt die Vermehrung des Virus, indem es ein Protein im SARS-CoV-2-Virus hemmt.

Um schwere Verläufe einer Corona-Infektion zu verhindern, läuft seit dem 28. Dezember 2020 eine bundesweite Impfkampagne. Höchste Priorität genossen zu Anfang vor allem Über-80-Jährige. Seit dem Frühjahr 2021 wurden bei der Impfpriorisierung neben älteren Jahrgängen auch Menschen mit Vorerkrankungen oder systemrelevante Berufsgruppen berücksichtigt. Im Frühsommer 2021 hob die Bundesregierung die Impfpriorisierung komplett auf. Mittlerweile darf und soll sich nun jeder Erwachsene impfen und im Idealfall mit einer dritten Impfung "Boostern" lassen. Anfang Februar 2022 befürwortete die Stiko außerdem eine zweite Booster-Impfung für bestimmte Gruppen - genauere Details dazu gibt es auf der offiziellen RKI-Seite. Seit Mitte Dezember 2021 dürfen sich außerdem auch Kinder im Alter zwischen 5 und 11 mit einer speziellen Dosis impfen lassen.      


Gibt es eine schützende Impfung gegen Sars-CoV-2?

Seit dem 28. Dezember 2020 wird in Deutschland mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft.

Der deutsche Hersteller Biontech sowie der US-amerikanische Hersteller Pfizer beantragten Anfang Dezember für ihren gemeinsamen Corona-Impfstoff BNT162b2 eine Art Notfallzulassung in der EU und den USA. Diese Freigabe wurde erteilt und in Deutschland starteten die Impfungen am 28. Dezember 2020. Mittlerweile sind außerdem die Impfstoffe der Hersteller Moderna, AstraZeneca sowie Johnson & Johnson in der EU zugelassen. Am 20. Dezember 2021 wurde zudem von der EU-Kommission der Protein-Impfstoff Nuvaxovid des US-Herstellers Novavax genehmigt. Seit Ende Februar 2022 steht er Impfstoff für alle Menschen ab 18 Jahren in Deutschland zur Verfügung. 


Wie kann ich mich derzeit vor einer Ansteckung durch Corona schützen?

Am sichersten schützt man sich gegen Corona, indem man sich impfen lässt. Und erst durch die dritte Booster-Impfung ist man auch gegen die hochansteckende Omikron-Variante des Virus bestmöglich geschützt. Aber auch eine Impfung bedeutet keinen hundertprozentigen Schutz. Am 03. April 2022 endete die bundesweite Maskenpflicht mit Ausnahme von öffentlichen Verkehrsmitteln und medizinischen Einrichtungen. Expert:innen raten aber weiterhin zur Einhaltung der AHA-Regeln. Das Tragen von Atemschutz-Masken, regelmäßiges Händewaschen und ein Mindestabstand von 1,5 Metern kann mögliche Infektionen verhindern.

Beim Aufenthalt in öffentlichen Räumen sollte man das Berühren der Nasenschleimhäute und das Reiben der Augen vermeiden, sagte der Greifswalder Hygienefacharzt Günter Kampf. "Das Virus will in die Atemwege." Zu Hause angekommen sollte man als erstes unbedingt die Hände gründlich waschen. Zudem raten Expert:innen dazu, Veranstaltungen mit vielen Menschen möglichst zu meiden. 


Was tue ich, wenn ich fürchte, mich mit Corona angesteckt zu haben?

Im ersten Schritt: Zuhause bleiben und sich von anderen isolieren. Wer Symptome hat und – etwa wegen des Kontakts zu einem nachweislich Infizierten – befürchtet, an Covid-19 erkrankt zu sein, sollte den Verdacht zunächst durch ein Testergebnis bestätigen lassen. Corona-Selbsttests gibt es mittlerweile im Handel und Online zu kaufen. Damit lässt sich ein Infektionsverdacht auch zu Hause untersuchen. 

 

Wenn man nun wirklich daran erkrankt sein sollte, dann müsse man das Virus ja nicht unbedingt in ein voll besetztes Wartezimmer mit möglicherweise ohnehin schon immungeschwächten Menschen hineintragen, erklärt der Sprecher des Deutschen Hausärzteverbands, Christian Schmuck. Aber: Ein positiver Selbsttest ist keine Diagnose und sollte durch einen weiteren Test beim Hausarzt oder einer Teststation unbedingt bestätigt werden. Möglich ist es auch, die bundesweite Service-Telefonnummer 116 117 zu wählen.