+++ Update 1. April 2021 - 8:38 Uhr +++

Es ist das bisher außergewöhnlichste "Joko & Klaas LIVE", das gestern Abend auf ProSieben zu sehen war. Joko und Klaas, die ihre 15 Minuten schon in der Vergangenheit ernsten Themen widmeten, gaben am Mittwoch, 31. März, erneut das Zepter aus der Hand, um Menschen eine Stimme zu geben, die viel zu erzählen haben.

Sieben Stunden statt 15 Minuten

Das Thema ist Pflegenotstand. Dafür kommen nicht nur Pflegekräfte aus verschiedenen Einrichtungen zu Wort, die über Missstände wie fehlendes Personal, wenig Zeit für die Betreuung, Überlastung und zu wenig Entlohnung sprechen, sondern die auch eines immer wieder in den Vordergrund stellen: Sie lieben ihren Job. Nur leider macht er sie kaputt. 

Während die Pflegekräfte über die Probleme in ihrer Branche berichten, ist die ganze Zeit über der Alltag einer Pflegekraft in einem Krankenhaus zu sehen. Meike hat eine Body-Cam umgeschnallt und die Zuschauer:innen erhalten einen eindringlichen Einblick in einen Arbeitstag einer Pflegenden. Da reichen die gewohnten 15 Minuten nicht aus - stattdessen werden es 7 Stunden. 

Im Video: "Joko & Klaas - LIVE" - Pflege ist #nichtselbstverständlich

Gewaltiges Medienecho

Unter dem Hashtag #Nichtselbstverständlich können Zuschauerinnen und Zuschauer in sozialen Netzwerken zum Thema Pflege und Pflegenotstand mitdiskutieren – und das Medienecho ist gewaltig. Rund 40.500 Posts zu #Nichtselbstverständlich beherrschen die Twitter-Charts und finden sich ganz oben auf dem Ranking. Auch #JKLive zählt mit 23.200 Tweets zu den Spitzenreitern. (Stand: 01. April 2021, 9:00 Uhr)

"Ein Stück deutsche TV-Geschichte"

In der Nacht postete bereits der Stern fleißig mit. Auch Wettbewerber wie RTL, Arte und RTL 2 sandten ihr Lob zur Aktion von Joko und Klaas, die in Unterstützung mit ProSieben umgesetzt werden konnte. "Was da gerade bei ProSieben geschieht, dürfte ein Stück deutsche TV-Geschichte sein. Chapeau", schreibt beispielsweise der Account von Arte.

+++ Update 22:05 Uhr +++

Missstände in Krankenhaus und Co.

Im heutigen "Joko & Klaas LIVE", das die 15 Minuten weit übersteigt, kommen mehrere Pflegekräfte zu Wort, die von ihrem harten Arbeitsalltag berichten. In Krankenhäusern, Altenheimen oder anderen Einrichtungen fehlt oftmals die Zeit, um Patienten angemessen zu betreuen. Das Personal ist überlastet und fühlt sich von der Politik übersehen.

Zu wenig Gehalt für die Verantwortung

Vor allem Alexander spricht viele Probleme an. An der Arbeit der Pflegekräfte hängt im Ernstfall ein Menschenleben – diese Verantwortung spiegelt sich jedoch nicht im Gehalt wieder. Auch von dem Pflegebonus, der im Zuge der Corona-Pandemie versprochen wurde, haben er und seine Kolleg:innen nicht viel gesehen. Ihm zufolge hat niemand einen Cent erhalten. Dass hingegen in der Industrie zum Beispiel die Lufthansa oder Apotheken Zahlungen in Milliardenhöhe erhalten haben, ist ein weiterer Schlag ins Gesicht für die Pflegekräfte.

Hohe Aussteigerquote

Franziska erklärt: Irgendwann machen die Menschen das nicht mehr mit. Das zeige sich etwa in der Aussteigerquote, die im Berufsfeld der Pflegenden sehr hoch sei. Sollte dieser Trend so weiter gehen, verschärfen sich die Bedingungen für Pflegende und Erkrankte noch weiter.

Nicht Selbstverständlich

In den sozialen Netzwerken wie Twitter tauschen sich auch die Zuschauer:innen rege zu dem Thema aus. Unter dem Hashtag #Nichtselbstverständlich teilen sie ihre Meinung – und hoffen, dass Politiker:innen zuschauen und mitlesen.

>> Die Arbeit der Pflegekräfte ist nicht selbstverständlich.

Lob von der Konkurrenz und anderen Medien

Das geplante ProSieben-Programm weicht heute Abend dem "Joko & Klaas LIVE" zum Thema Pflegenotstand in Krankenhäusern und anderen Einrichtungen. Für die Aufbereitung gibt es auch Anerkennung von Stern und RTL, die auf Twitter mitkommentieren.

Heute ohne Werbung

Die ehemals 15 Minuten laufen mittlerweile schon seit fast zwei Stunden. Dabei wird die gesamte Ausgabe von "Joko & Klaas LIVE" auf ProSieben ohne Werbung ausgestrahlt.

+++

Schon im Voraus wandten sie sich an ihren Arbeitgeber. Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf haben eine ungewöhnliche Idee, die sich nur mithilfe von ProSieben umsetzen lässt. Nun ist auch klar, um was es geht.

Ein außergewöhnliches "Joko & Klaas LIVE"

Nach "Männerwelten" und "A Short Story of Moria" widmen Joko und Klaas ihre gewonnenen 15 Minuten auf ProSieben einem weiteren wichtigen und ernsten Thema: dem Pflegenotstand in Deutschland.

Nach 15 Minuten ist noch nicht Schluss

Um dem Thema die Beachtung zu schenken, die es verdient, dauert die heutige Ausgabe von "Joko & Klaas LIVE" länger als gewohnt. Nach einer Viertelstunde ist noch nicht Schluss. Stattdessen begleiten Joko und Klaas weiterhin Meike, die als Gesundheits- und Krankenpflegerin für Intensivpflege und Anästhesie seit sieben Jahren im Knochenmark-Transplantationszentrum am Universitätsklinikum in Münster arbeitet. Sie hat eine Body-Cam umgeschnallt und zeigt so einen Einblick in ihren Alltag.

>> "Joko & Klaas LIVE" im Live-Stream schauen

Meike kümmert sich um Schwer- und Todkranke. "Ich würde mir wünschen, dass der Beruf mehr Anerkennung bekommt", erklärt sie. Pflegekräfte machen eine wichtige Arbeit – doch erhalten oft nicht die Anerkennung, die sie verdienen. Joko und Klaas wollen dem Thema mehr Aufmerksamkeit schenken und symbolisch ihren Respekt bekunden.

Der Druck für Pflegekräfte ist hoch

"Wir sind am Rande unserer Kraft", erklärt Alexander, der neben anderen Pflegekräften zu Wort kommt. Sie sind sich einig: Sie lieben ihren Job und das, was sie für Menschen tun, aber es muss sich etwas verändern, damit sie ihre Arbeit unter guten Bedingungen und mit gerechter Entlohnung bewerkstelligen können. 23 Tage am Stück zu arbeiten oder für zu viele Menschen auf einmal verantwortlich zu sein, schröpft sie. Schon nach sechs Jahren steigen viele aus dem Beruf aus.

Der Pflegenotstand in Deutschland ist ein großes Problem

Dass das Problem mehr Aufmerksamkeit verdient, zeigen auch aktuelle Entwicklungen, die durch den Ausbruch der Corona-Pandemie verschärft wurden. Laut dem Ärzteblatt warnen Intensivmediziner und Pflegeexperten vor einer massiven Verschärfung des Personalmangels auf Intensivstationen.

"Die Krise der deutschen Pflege hat sich durch die Corona-Pandemie jetzt noch einmal erheblich verschärft und wird sich weiter verschärfen", erklärte demnach Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Vor allem das Pflichtgefühl sei es, das Pflegekräfte während der beginnenden dritten Welle noch durchhalten lässt. Doch Marx betont, dass sich der Notstand nach der COVID-19-Pandemie weiter verschlimmern könnte: Laut einer neuen Umfrage überlegten derzeit rund 32 Prozent, aus dem Beruf auszusteigen.

Alle aktuellen News

Aktuelle Highlights