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Vom Kleinkriminellen zum Diener des Staates

Aufgrund von Geldproblemen gerät Mario Forster kurz nach seiner Flucht aus der DDR 1967 auf die schiefe Bahn. Unter anderem wegen Hehlerei und Körperverletzung muss er für insgesamt drei Jahre in Haft. Bereits in U-Haft kommen zwei LKA-Beamte mit einem attraktiven Angebot auf den Kleinkriminellen zu. Nach seiner Haftstrafe wird Mario als V-Person 113 für das bayrische Landeskriminalamt eingesetzt.

Der Beginn eines gefährlichen Doppellebens

Mit seiner charismatischen Art knüpft Mario schnell Kontakte zu wichtigen Zielpersonen. Schließlich schafft er es sogar, sich in den berüchtigten Verbrecher-Clan Bandidos einzuschleusen. Fortan beim LKA als "Super Mario" bekannt, erhält der V-Mann alle nötigen Mittel, um seine Tarnung aufrechtzuerhalten. Er gewinnt das Vertrauen der Rocker-Bande und wird sogar der persönliche Chauffeur des Präsidenten der Bandidos.

Drogen, Diebstahl und Prostitution

Offiziell dürfen V-Personen im Auftrag der Regierung keine Straftaten begehen. Um an die "großen Fische" heranzukommen, habe Mario jedoch keine andere Wahl gehabt. Mit finanzieller Unterstützung des LKA habe er kriminelle Unternehmungen der Bandidos finanziert und sich unter anderem an Drogenschmuggel und dem Geschäft mit Sexarbeit beteiligt. Wiederholt wird er von seinem V-Mann-Führer vor einer Verhaftung bewahrt. Doch die Bandidos werden misstrauisch.

Vom jahrelangen Lügner zum Wahrheits-Kämpfer

Als Mario vom Banden-Chef persönlich zu einer Unterredung gebeten wird, bekommt der angebliche Bandido Todesangst. Dieses Mal hofft Mario vergeblich auf Hilfe von seinen Arbeitgebern. Kurz darauf wird er zusammen mit anderen Banden-Mitgliedern festgenommen.

Vor Gericht beteuert der ehemalige Diener des Staates, in vollem Wissen und Auftrag des LKA gehandelt zu haben und enttarnt sich selbst als V-Person. Beweise hat er jedoch keine, denn seine Akte wird von der zuständigen Behörde unter Verschluss gehalten. Sechs  Jahre und zehn Monate Haft lautet das Urteil, hauptsächlich wegen Drogenhandel. Nach zweieinhalb Jahren voller Lügen, setzt Mario nun alles daran, dass die Wahrheit ans Licht kommt.

Verdammt zum ewigen Doppelleben

Erst vier Jahre später wird Marios V-Mann-Akte erneut geöffnet. Daraufhin werden sechs LKA-Beamte angeklagt, unter anderem wegen der Anstiftung zu schweren Straftaten. Trotz erdrückender Beweislast werden lediglich zwei der Angeklagten zu sieben Monaten auf Bewährung verurteilt.

Nach der Urteilsverkündung flieht Mario ins ferne Asien. Verrätern wird bei den Bandidos nicht verziehen und auch vor nachtragenden Beamten des LKAs fürchtet sich der ehemalige V-Mann. Noch heute ist er ständig auf der Hut und lebt unter falschen Namen fernab der Heimat.