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Galileo

Was wiegen "Geisterteilchen"? Forschern gelingt Messung von leichtesten bekannten Teilchen

14.03.2022 • 15:32

Ein internationales Forscherteam hat nun mit Hilfe einer riesigen, tonnenschweren Waage am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) einen Erfolg in der Teilchenphysik erzielt.

Sie sind überall und die häufigsten Elementarteilchen im Universum: die sogenannten „Neutrinos“. Doch diese Elementarteilchen sind kaum zu erwischen, geschweige denn zu vermessen. Sie widersetzen sich der wissenschaftlichen Beobachtung und werden daher auch „Geisterteilchen“ genannt.

Nicht Gramm, sondern Elektronenvolt

Ein internationales Forscherteam hat nun aber mit Hilfe einer riesigen, tonnenschweren Waage am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) einen Erfolg in der Teilchenphysik erzielt und das Neutrino wiegen können. Die Maßeinheit hierfür lautet nicht Gramm, sondern Elektronenvolt (eV). Mit ihren Experimenten konnten sie 0,8 eV als Obergrenze für die Neutrinomasse bestimmen, wie sie in der Fachzeitschrift „Nature Physics“ berichten.

Zu dieser Zeit wurden die „Geisterteilchen“ das erste Mal entdeckt

Das Besondere: Weil sie so gut wie nicht mit ihrer Umgebung wechselwirken, war es für die Wissenschaftler:innen bisher immer besonders schwer, die Neutrinos zu erfassen. 1930 postulierte der österreichische Nobelpreisträger Wolfgang Pauli erstmals die Existenz der Teilchen. Hintergrund war, dass beim Zerfall von Atomkernen Messdaten für Neutronen und Elektronen nicht zum Grundsatz der Energieerhaltung in der Physik passten – ein bisschen was fehlte oft. Erst mehr als zwei Jahrzehnte später wurden die Neutrinos dann nachgewiesen und galten lange sogar als masselos. Nun sind sie es nicht mehr.