Lea, was beeindruckt dich an den neuen Erfindern?

Die Qualität der Erfindungen – also wie innovativ, praktisch, aber auch ausgereift die Produkte sind – hat sich von der letzten zu dieser Staffel noch einmal stark gesteigert und das macht natürlich Spaß anzugucken. Die Erfinderinnen und Erfinder haben teilweise Jahre oder Jahrzehnte an ihren Produkten getüftelt und einen großen Teil ihrer Zeit und ihres Geldes investiert. Diese Risikobereitschaft muss man erstmal haben.

Zum ersten Mal stellen auch Jugendliche ihre Erfindungen vor: Wie unterscheiden sich die „Nachwuchserfindungen“ von den „erwachsenen“ Erfindungen?

Die jugendlichen Erfinder haben mich extrem beeindruckt, weil sie vor allem Lösungsideen für echt große gesellschaftliche Herausforderungen, z.B. im Bereich Klima oder Gesundheit, entwickelt haben und eben auch entsprechend große und großartige Ideen haben. Ich bin richtig überrascht, wie professionell sie da rangehen und wie weit die Erfindungen schon fertig entwickelt sind.

Welche Erfindung hat dich besonders überrascht?

Mein Favorit ist der Nachhälter. Ein plastikfreier Folienbeutel zum Verpacken von Lebensmitteln, der Plastikverpackung überflüssig macht. Im Pazifik schwimmt so viel Plastikmüll rum, dass man damit ganz Texas abdecken könnte. Gegen die Plastikflut habe ich bisher noch keine so praktische und einfache Lösung gesehen wie den Nachhälter! Auch toll finde ich die Flexdüse für den Staubsauger, weil die ein ganz alltägliches Problem simpel verbessert: Man kommt beim Saugen in die Ecken und Ritzen.

Das Expertenteam aus dem letzten Jahr hat sich nicht verändert. Wie gut seid ihr als Team eingespielt?

Es ist ein sehr nettes Miteinander und es macht einfach Spaß, gemeinsam zu diskutieren und die Erfindungen auf Herz und Nieren zu prüfen. Jeder hat seinen eigenen Interessensbereich und stellt ganz andere Fragen. Das gibt mir dann immer ein gutes Gesamtbild über die Chancen der Erfindung.

Wie kritisch betrachtet ihr die Erfindungen? Gibt es Eigenschaften aus der Erfahrung der letzten Staffel(n) auf die ihr besonders achtet?

Natürlich könnten wir noch kritischer sein, aber ich finde, das ist oft nicht angebracht. Das sind ja Menschen, die sich wirklich Mühe gegeben haben und teilweise sehr lang und mit viel Herzblut, Zeit und Investment an ihren Ideen arbeiten. Außerdem entscheidet das Publikum. Ich selbst gucke mir immer gern Produktdesign, Markengeschichte, Marktpotential und das Team hinter der Idee an. Ich überlege mir: Könnten das Produkt und das Team auch als eine neue Firma langfristig funktionieren? One-Hit-Wonder haben sicherlich auch ihre Berechtigung, aber ich finde langfristig gedachtes Unternehmertum spannender.

Ihr habt selbst immer wieder gesagt, dass es erstaunlich ist, für welche Probleme – die euch gar nicht bewusst waren – die Erfinder Lösungen finden. Welche Probleme sind dir im letzten Jahr begegnet, für die du dir eine Lösung gewünscht hättest?

Ein Thema, das mich wirklich umtreibt, ist alles rund um nachhaltigere Mobilität. Wir können unser Klima mit der ständigen Fliegerei nicht weiter belasten. Gleichzeitig ist die Bahn noch nicht in der Lage, eine echte Alternative für alle beruflichen oder privaten Reiseziele darzustellen. Das ist natürlich ein sehr großes und globales Problem und deshalb schwer als einzelner Erfinder zu lösen. Ganz eigennützig, aber unrealistisch hätte ich gern eine Erfindung, die es schafft, meinen inneren Schweinehund beim Thema Sport zu überzeugen. (lacht)