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Was wird bei einer Bundestagswahl gewählt?

Bei der Bundestagswahl entscheiden sich die wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger alle vier Jahre für ihre Vertreter:innen im Parlament – also dem Deutschen Bundestag. Die Wahl selbst kann entweder per Brief oder per Urnenwahl im eigenen Wahlbezirk erfolgen.

Die Wahlberechtigten erhalten zwei Stimmen: Die Erst- und die Zweitstimme. Mit der Erststimme wählt man die Direktkandidatin bzw. den Direktkandidaten eines Wahlkreises aus einer Liste von Vorschlägen. Die Zweitstimme setzt man zur Wahl einer Partei ein. Sie gilt als die wichtigere Stimme, da die Anzahl der Zweitstimmen über die Sitzverteilung der Parteien im Parlament entscheidet.

Warum wählt der Bundestag die oder den Bundeskanzler:in?

Immer wieder werden Stimmen laut, die eine Direktwahl der deutschen Kanzlerin bzw. des Kanzlers fordern. Der Grund dafür, warum die Abgeordneten des Bundestags die Kanzlerin oder den Kanzler wählen, liegt jedoch tief in der deutschen Geschichte.

So wurden in der Weimarer Republik (1918 bis 1933) die Kanzler durch den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg ernannt. Schon gewusst? Auch Adolf Hitler kam so überhaupt erst an die Macht. Am 30. Januar 1933 erfolgte seine Ernennung zum Reichskanzler durch von Hindenburg.

Diese Vorgehensweise sorgte für eine große politische Instabilität, weil der Reichspräsident die Kanzler jederzeit ernennen und wieder entlassen konnte – und das auch tat. Um diesem Problem entgegenzuwirken, läuft seit der Wahlperiode 1948/49 die Bundeskanzler:inwahl indirekt ab. Die Verantwortung für eine sichere und stabile Regierung liegt nicht mehr nur bei einer Person, sondern beim ganzen Parlament.

Wie läuft die Wahl der Bundeskanzlerin oder des Bundeskanzlers ab?

Die Wahl der Bundeskanzlerin oder des Bundeskanzlers läuft in Deutschland indirekt ab. Alle wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger vergeben zwei Stimmen für die Abgeordneten ihres Wahlkreises bzw. die Landesliste einer Partei. Man kann somit sagen, dass Deutschland seine Vertreter:innen für die Bundeskanzler:inwahl wählt.

Je nachdem, welche Mehrheiten die Parteien im Bundestag bekommen, kommt es zu einer Alleinregierung einer Partei oder zu Koalitionsverhandlungen mehrerer Parteien. Die Vertreter:innen der Koalitionsparteien wählen nach einer Einigung die Kanzlerin oder den Kanzler. Hierfür ist eine absolute Mehrheit – die Hälfte und mindestens eine Stimme – nötig. Man spricht dabei von der sogenannten Kanzler:innenmehrheit.

Wie lange dauert es bis zur Bundeskanzler:inwahl?

Wann die nächste Bundeskanzler:inwahl stattfindet, zeichnet sich im Normalfall kurz nach der Bundestagswahl ab. Dann stehen die Mehrheitsverhältnisse der Parteien im Bundestag fest und erste Koalitionsverhandlungen können beginnen.

Sollte es auch 2021 wieder zu einer großen Koalition aus CDU/CSU und SPD kommen, dürfte die Zeit bis zur Bundeskanzler:inwahl kürzer sein. Immerhin haben die Parteien bereits zusammengearbeitet und könnten sich deshalb schneller auf die Koalitionsbedingungen einigen.

Anders sieht das bei einer neuen Koalition aus. Das wäre beispielsweise bei einer Rot-Rot-Grün-, Ampel- oder Jamaika-Koalition der Fall. Die Aufteilung der Minister:innen-Posten und die erfolgreiche Ausarbeitung eines Koalitionsvertrags dürften in diesem Fall länger dauern. Es kann also sein, dass die Abgeordneten der Koalitionsparteien ihre Kanzlerin oder ihren Kanzler erst nach Wochen und Monaten wählen.

Übrigens: Nach der Bundestagswahl 2017 dauerte es ganze 171 Tage, bis Angela Merkel am 18. März 2018 als Bundeskanzlerin wiedergewählt wurde.

Gibt es 2021 noch eine Bundeskanzler:in-Wahl?

Ob es im Jahr 2021 noch eine Wahl einer Bundeskanzlerin oder eines Bundeskanzlers gibt, ist aktuell noch nicht absehbar. Denn das hängt einerseits davon ab, wie die Mehrheitsverhältnisse der einzelnen Parteien nach der Bundestagswahl ausfallen.

Andererseits kommt es darauf an, wie schnell sich die Parteien bei den Koalitionsverhandlungen einigen können. Es gilt als sehr unwahrscheinlich, dass sich eine Partei die absolute Mehrheit sichern kann und alleine regieren könnte. Dann wäre die Bundeskanzler:inwahl nur noch Formsache, bei einer Koalition aus mehreren Parteien findet die Wahl dagegen erst mit der Unterzeichnung des Koalitionsvertrags statt. Die Ausarbeitung des Vertrags kann – muss aber natürlich nicht – durchaus mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Wer regiert bis zur Wahl der neuen Bundeskanzlerin oder des neuen Bundeskanzlers?

Die deutsche Bundesregierung trifft täglich wichtige Entscheidungen für die Bürgerinnen und Bürger. Klar, dass deshalb eine regierungsfreie Zeit unbedingt vermieden werden soll.

Aus diesem Grund bleibt nach der Bundestagswahl bis zur Kanzler:inwahl die Regierung von 2017 unter der Führung von Angela Merkel kommissarisch im Amt. Die Verlängerung der Amtszeit über die Wahlperiode hinweg ist in Artikel 69 Absatz 3 des Grundgesetzes über die "Weiterführung der Geschäfte" gesetzlich geregelt.

Die Verpflichtung zur Amtszeitverlängerung muss Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gegenüber der Regierung aussprechen.

Bundestagswahl 2021: Wie wird gewählt?

Auf der Wahlbenachrichtigung steht, wo die Wähler:innen ihre Stimme abgeben dürfen - oft in Schulen oder Rathäuser. Gegen Vorzeigen der Wahlbenachrichtigung und des Lichtbildausweises wird dort der Stimmzettel ausgehändigt. In der Wahlkabine setzen die Wähler in der linken Spalte ein Kreuz für ihre Erststimme, rechts für die Zweitstimme. Der Stimmzettel wird anschließend in die Wahlurne geworfen. Alternativ können Wahlberechtigte per Briefwahl wählen.


Was wird bei der Bundestagswahl 2021 gewählt?

Bei der Bundestagswahl 2021 werden die Abgeordneten des Bundestages gewählt. Diese wählen dann wiederrum die neue Bundeskanzlerin oder den neuen Bundeskanzler. Mit der Erststimme wird eine Kandidatin oder ein Kandidat aus dem Wahlkreis gewählt. Die Zweitstimme entscheidet über die Mehrheitsverhältnisse zwischen den Parteien im Bundestag.

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Bundestagswahl 2021: Wann gibt es die Ergebnisse?

Die Wahllokale bei der Bundestagswahl sind am 26. September 2021 zwischen 8 und 18 Uhr geöffnet. Erste Prognosen werden kurz nach 18 Uhr veröffentlicht – das sind anonyme Wählerumfragen direkt nach der Stimmabgabe. Erste Hochrechnungen gab es vor vier Jahren bereits um 18:15 Uhr. Das vorläufige Endergebnis wird meist in der Wahlnacht oder am nächsten Morgen bekanntgegeben.

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