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Was dachten Sie, als Sie sich selbst als "Junkie" im Spiegel gesehen haben?

Schümann: "Wer ist das?" Diese Frage habe ich mir wirklich gestellt, da ich in "9 Tage wach" komplett anders aussehe als in meinen anderen Filmen und in meinem privaten Leben. Unsere Maskenbildnerin hat unfassbar tolle Arbeit geleistet, meine Haut täglich unrein geschminkt und mir Tattoos und Narben ins Gesicht geklebt.

Wie war Ihr erstes Treffen mit Eric Stehfest?

Schümann: Es war anfangs ein gegenseitiges Abchecken. Dann haben wir beide relativ schnell festgestellt, dass wir uns vertrauen können. Ab dem Moment konnten wir ganz offen und ehrlich miteinander reden und er hat mir wirklich jede Frage beantwortet, die mir auf der Zunge lag. Leicht schizophren war das Treffen jedoch auch. Immerhin ist Eric gar nicht so viel älter als ich und plötzlich saß man sich gegenüber und war dann doch ein und dieselbe Person.

Inwieweit können Sie sich mit Erics Geschichte identifizieren?

Schümann: "9 Tage wach" ist eine Geschichte über die Liebe, über den Mut, mit seinen Gefühlen umzugehen, und über die Erfüllung seiner Träume. Eric und ich teilen den gleichen Traum: Schauspieler zu sein.

 

Was war Ihnen bei der Verfilmung von "9 Tage wach" wichtig?

Stehfest: Mit "9 Tage wach" will ich anderen Menschen Halt geben und damit vielleicht sogar die Chance, ein ganz neues Leben anzufangen – ohne das tägliche Stillen der Angst vor dem eigenen Spiegelbild. Deshalb war mir wahnsinnig wichtig, dass wir einen schonungslos wahrhaftigen Film entwickeln, der die Menschen in ihren Abgründen abholt und tief berührt. Meine Biografie steht für Millionen andere Biografien. Man hätte den Namen Eric im Film auch austauschen können.

Was haben Sie Jannik Schümann zur Vorbereitung auf den Dreh mitgegeben?

Stehfest: Ganz privat haben wir darüber gesprochen, wo der Schmerz herkommt, den die Rolle Eric durch sein Leben treibt, und wie viel davon Jannik selber erfahren musste. Was genau das war, bleibt das Geheimnis dieser besonderen Begegnung.

Was ist das für ein Gefühl, Jannik Schümann als Sie selbst auf der Leinwand zu sehen?

Stehfest: Jannik hat großes Interesse daran, große Gefühle freizusetzen und ist dabei auch bereit, zu leiden. Sein Spiel in "9 Tage wach" geht nicht nur unter die Haut, sondern fällt auch unter die stärkste Performance, die ich von ihm gesehen habe.