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Wie erkennt ihr Rollnägel?

Der Name sagt eigentlich schon alles Wesentliche über die Veränderung des Nagels aus: Ein Rollnagel rollt oder krümmt sich rechts und links der Nagelpfalz quer zur Wachstumsrichtung. Dadurch drücken die seitlichen Ränder zunehmend in das Nagelbett (auch Nagelfalz), wachsen dort ein und können starke Schmerzen und Entzündungen verursachen. Meistens trifft uns der Rollnagel an den Fußnägeln, nur in seltenen Fällen an den Fingernägeln. Da der Nagel an den Fingern nicht durch äußere Einflüsse eingeengt wird, bilden sich Rollnägel an den Fingern weniger stark aus. Der Rollnagel mit dem lateinischen Namen unguis convolutus kann in verschiedenen Formen wachsen, die nach ihrem Aussehen benannt werden:

  • Ziegelform: Durch einseitigen Druck ist eine Seite des Nagels eingerollt.
  • Randfaltung: Der Nagel hat an beiden Seiten einen Knick in Richtung Nagelfalz.
  • Tütenform: Durch Druck von beiden Seiten rollen sich beide Seiten ein, in extremem Fällen bildet sich der gesamte Nagel zu einer Rolle.
Pediküre
Rollnägel richtig behandeln – mit unseren Pediküre-Tipps sorgen wir für schöne Fußnägel, die sich zeigen lassen können. © Dragan Grkic

Rollnägel: Das sind die Ursachen

Leider ist es so, dass Rollnägel meistens schon in die Wiege gelegt wurden und wir die Ausbildung nicht verhindern können. Neben der genetischen Veranlagung können auch Vorerkrankungen wie Diabetes, Zehenverletzungen oder Fehlstellungen dazu führen, dass ein Rollnagel entsteht. Selbst das Tragen von zu kleinen oder engen Schuhen, Kompressions- oder Stützstümpfen kann zur Ausbildung von Rollnägeln führen, da die Nägel regelmäßig einem negativ verformenden Druck ausgesetzt sind. Die Ursachen sind vielseitig und nicht immer eindeutig, sodass eine Rollnagel-Behandlung und Korrektur im Vordergrund stehen, weniger die Ursachenforschung.

Rollnägel: So verläuft die Entwicklung

Ausgebildete Fußpflegerinnen und Fußpfleger unterscheiden bei den Rollnägeln 5 Stadien:

  1. Stadium: Der Nagel wächst auf einer oder beiden Seiten ein, verursacht jedoch nur geringe Beschwerden, da er sich noch nicht entzündet hat.
  2. Stadium: Der eingewachsene Nagel entzündet sich und verursacht Schmerzen.
  3. Stadium: Es kommt zur Eiterbildung und die Schmerzen werden stärker.
  4. Stadium: Am Rand des eingewachsenen Nagels bildet sich neues, entzündetes Gewebe, es wird als “wildes Fleisch” bezeichnet. Die Entzündung nässt und eitert.
  5. Stadium: Der Rollnagel wurde operiert und verursacht Schmerzen.
Barfuß im Sommer - doch was, wenn ihr Rollnägel habt?
Barfuß im Sommer – ein Traum für viele von uns! Doch was ist, wenn ihr Rollnägel habt? Wir haben die Tipps, die dagegen helfen. © jacoblund

Behandlung von Rollnägeln: Diese Methoden gibt es

Rollnägel führen nicht zwangsläufig zu Schmerzen und Entzündungen. Erst wenn sie sich stark einrollen, krankhaft krümmen und in die Nagelfalz einwachsen, entstehen die Schmerzen und Entzündungen. Durch diese Umstände kann der Nagel nicht wieder selbstständig in die richtige Richtung wachsen. Einfach ignorieren oder abschneiden? Keine gute Idee! Rollnägel müssen behandelt werden und zwar am besten von einer Podologin oder einem Podologen. Die medizinischen Fachleute führen neben der Fußpflege auch die Behandlung erkrankter Füße durch. Am besten wendet ihr euch zuerst an eure Hausärztin oder euren Hausarzt, der euch dann an eine podologische Praxis überweist. So könnt ihr sicher gehen, dass eure Krankenkasse die Kosten übernimmt.

Rollnägel: Tipps, die helfen, dass ihr die Fußnägel nicht verstecken müsst!
Im Sommer möchten wir unsere Füße zeigen – und nicht in Socken verstecken! Wir verraten euch, was gegen unschöne Rollnägeln hilft. © LeoPatrizi

Rollnägel behandeln: vorbeugende Maßnahmen

Bei leicht ausgeprägten Rollnägeln, die nur geringe Beschwerden verursachen, könnt ihr mit wenigen Tipps einer stärkeren Ausbildung vorbeugen:

  • Bequeme Schuhe mit Fußfreiheit sorgen für ausreichend Platz für eure Zehen, sodass diese nicht permanent einem negativen Druck ausgesetzt sind.
  • Enge Socken, vor allem Kompressions- oder Stützstrümpfe, drücken die Zehen zusammen und üben Druck auf Zehen und Nägel aus. Achtet auf passende Socken aus weichem Material, die den Zehen Bewegungsfreiheit lassen. Bei Kompressionsstrümpfen bieten sich Modelle mit offener Spitze an.
  • Rollnägel richtig schneiden: Eine regelmäßige Nagelpflege und Pediküre ist wichtig. Schneidet die Zehennägel nicht zu kurz, sie sollten mit der Zehenkuppe abschließen. Den im Nagelbett liegenden Nagelrand nicht wegschneiden, dadurch verschlimmern sich die Beschwerden und der Nagel droht einzuwachsen.
  • Eine Tamponade mit Kunststoffschienen schützt das empfindliche Nagelbett. Die Protektoren werden am Nagelrand eingeschoben, mit Nagelmasse fixiert und verbleiben bis zu 8 Wochen im Nagelfalz.
Korrekturschiene in den Fußnägeln
Eine effektive Behandlung gegen Rollnägel – der Profi bringt eine Korrekturspange an. Lasst euch vor einer Behandlung über das verwendbare Material entsprechend beraten! © peakSTOCK

Rollnägel mit Korrekturspangen behandeln

Was auf den ersten Blick an eine Zahnspange erinnert, ist mittlerweile die erfolgversprechendste Methode, wenn es um die Rollnagel-Behandlung geht: die Korrekturspange. Zuerst wird der betroffene Nagel professionell gekürzt und anschließend mit der Nagelkorrekturspange versehen. Die Spange aus Metall, Draht oder Kunststoff wird an den eingerollten Enden des Nagels angebracht und individuell angepasst. Die Korrekturspange zieht mit leichtem Zug an den Nagelseiten, sodass der Nagel wieder in seiner richtigen Form wachsen kann. Alle 4 bis 6 Wochen wird die Spange nachgestellt, und je nach Schweregrad des Rollnagels ist die Behandlung nach 3 bis 12 Monaten abgeschlossen. Schon nach kurzer Zeit merkt ihr, dass der Nagel nicht mehr so schmerzhaft in das Nagelbett drückt, und zum Abschluss der Behandlung hat euer Fußnagel wieder eine gesunde Form. Die Korrekturspange ist fast unsichtbar und beeinträchtigt nicht im Alltag, Beruf oder beim Sport.

Rollnagel mit einer Operation entfernen

In seltenen Fällen, gerade in den fortgeschrittenen Stadien des Rollnagels, bringt die konservative Therapie keinen Erfolg, sodass nur noch eine Operation helfen kann. Bei der Nagelkeilexzision, auch unter dem Namen Emmert-Plastik bekannt, wird ein Keil aus dem Fußnagel entfernt. Der seitlich eingerollte oder eingewachsene Teil des Nagels mit der dazugehörigen Matrix wird entfernt, in sehr ausgeprägten Fällen ist die vollständige Entfernung des Nagels und der Nagelwurzel erforderlich. Der Eingriff wird in Lokalanästhesie durchgeführt und erfolgt ambulant. Nun kann der neue Nagel gerade nachwachsen und verursacht keine Schmerzen oder Probleme. Eine Operation ist jedoch immer mit einem gewissen Risiko verbunden, deshalb solltet ihr zuerst die konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausprobieren, die gerade bei nicht zu stark vorgeschrittenen Rollnägeln sehr erfolgsversprechend sind.

Offene Schuhe tragen
Offene Schuhe mit gepflegten Füßen im Sommer tragen – wir verraten euch, was gegen Rollnägel hilft.  © Denis Zai

Fazit zum Rollnagel

Rollnägel können starke Schmerzen verursachen. Doch je früher wir mit einer geeigneten Behandlung starten, desto erfolgreicher werden wir die Problemnägel ohne Operation los. Gerade in den Anfangsstadien lassen sich Beschwerden und Entzündungen vermeiden, indem wir geeignete Schuhe und Socken tragen und die Fußnägel richtig schneiden. Im weiteren Verlauf sind wir mit einer Korrekturspange gut beraten, die das Nagelwachstum fast unsichtbar wieder in die richtige Richtung lenkt. Wichtig ist, dass Rollnägel frühzeitig behandelt werden und wir uns Unterstützung bei einer Podologin oder einem Podologen holen.

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