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Was ist Haarausfall?

Wir alle kennen das: Unsere Haare sind überall, wo wir gehen und stehen verteilen wir sie und manchmal fragen wir uns, wie überhaupt noch Haare auf dem Kopf sein können?! Aber keine Sorge, Haare zu verlieren, ist ganz normal! In der Regel verlieren wir täglich 70 bis 100 Haare, doch die wachsen auch wieder nach. Erst wenn Haare über einen längeren Zeitraum in größeren Mengen ausfallen oder sich sogar kahle Stellen bilden, spricht man von Haarausfall oder Alopecia (auch Alopezie). Gerade in jungen Jahren kann das ganz schön beängstigend sein, schließlich sind die Haare ein wichtiger Teil unseres Körpergefühls. Aber Haarausfall muss nicht dauerhaft sein: Mit einer Reihe von Hausmitteln könnt ihr Haarausfall vorbeugen, welche das sind, verraten wir euch weiter unten. Wenn ihr aber denkt, dass ihr mehr Haare verliert als üblich und Hausmittel euch nicht weiterbringen, solltet ihr mit eurer Dermatologin oder eurem Dermatologen sprechen! Die können genau feststellen, ob es sich um Haarausfall handelt, um welche Art des Haarausfalls es sich handelt und welche Behandlungsmöglichkeiten helfen können.

Haarausfall: Welche Arten gibt es?
Was genau ist Haarausfall und welche verschiedenen Arten und Ursachen gibt es? Wir haben für euch die Antworten! © bymuratdeniz

Welche verschiedenen Arten von Haarausfall gibt es?

Es gibt viele verschiedene Formen von Haarausfall, zu den häufigsten gehören:

  • anlagebedingter Haarausfall, auch androgenetische Alopezie genannt
  • kreisrunder Haarausfall, auch Alopecia areata genannt
  • diffuser Haarausfall, auch Alopecia diffusa genannt
  • weitere Möglichkeiten sind beispielsweise Pilzerkrankungen der Kopfhaut oder Haarausfall durch Zug oder Druck auf den Haaren

Welche Ursachen kann Haarausfall haben?

Im Folgenden erklären wir euch, welche Ursachen die verschiedenen Arten von Haarausfall haben können und wer am häufigsten davon betroffen ist.

Welche Arten gibt es bei Haarausfall?
Diffuser, kreisrunder oder auch anlagenbedingter Haarausfall – wir verraten euch, was bei Haarausfall wirklich hilft. © Doucefleur

Anlagebedingter Haarausfall oder auch androgenetischer Haarausfall

Für Haarausfall kann es viele verschiedene Gründe geben. Eine der häufigsten Ursachen ist der anlagebedingte Haarausfall. Darunter leiden nicht nur Männer, sondern auch Frauen. Wobei 65 % der Männer betroffen sind, aber nur ca. 50 % der Frauen. Leider ist noch nicht bekannt, warum Frauen unter anlagebedingten Haarausfall leiden. Es wird vermutet, dass es an einer vererbten hohen Androgen-Empfindlichkeit der Haarwurzeln liegt. Bei Männern konnte die Ursache schon gefunden werden: Das Hormon DHT, kurz für Dihydrotestosteron, sorgt für eine empfindliche Reaktion der Kopfhaarwurzeln und lässt sie schrumpfen. Dadurch sind sie nicht mehr in der Lage, kräftige Haare auszubilden.

Diffuser Haarausfall oder auch Alopecia diffusa

Diffuser Haarausfall kann unterschiedliche Gründe haben. Besondere Faktoren können eine Hormontherapie während der Wechseljahre oder auch die Einnahme der Antibabypille sein. Andere Gründe können Eisenmangel oder eine Funktionsstörung der Schilddrüse sein. Auch einige Medikamente und sogar Stress können zu dünnerem Haar führen. Frauen sind dabei deutlich häufiger von diffusem Haarausfall betroffen als Männer. Sogar Kinder können schon diffusen Haarausfall bekommen.

Haarausfall: Hintergründe und Gesundheit
Haarausfall kann die unterschiedlichsten Gründe haben? Meist führt es auf die Gesundheit zurück – wir klären auf! © triocean

Kreisrunder Haarausfall oder auch Alopecia areata

Bei dieser Art des Haarausfalls handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der körpereigenes Gewebe angegriffen wird. Davon müssen nicht nur die Haarwurzeln der Kopfhaut betroffen sein, bei Alopecia areata kann sich der Haarausfall auf den gazen Körper ausweiten. Deutschlandweit sind etwa eine Million Menschen von dieser Erkrankung betroffen, meist sind es Kinder und junge Erwachsene bis ca. 30 Jahre. Frauen jeden Alters sind von dieser Krankheit deutlich häufiger betroffen als Männer.

Haarausfall durch Druck oder Zug

Sogar ein zu fester Zopf kann dauerhaft zum Ausfall der Haare führen. Wird durch einen Zopf (bspw. durch einen ultrasleeken, festen Ponytail) dauerhaft hoher Druck auf die Kopfhaut ausgeübt, kann sich dies negativ auf die Haardichte auswirken.

Haarausfall durch entzündliche Erkrankungen

Manche Krankheiten können dazu führen, dass sich die Kopfhaut entzündet. In diesen Fällen kommt es darauf an, dass die Krankheit schnell erkannt und die Entzündung beseitigt wird. Ansonsten kann es zu Vernarbungen der Kopfhaut kommen und diese können zu einem permanenten Haarverlust führen.

Haarausfall: Welche Krankheit steckt dahinter?
Eine Erkrankung, die sich schlussendlich auch in Haarausfall äußert, kann beängstigend sein! Was wirklich dahinter steckt, lest ihr hier. © fizkes

Die unterschiedlichen Symptome von Haarausfall

Die Liste mit Erkrankungen scheint erst einmal beängstigend zu sein, aber dennoch besteht kein Grund zur Beunruhigung. In den meisten Fällen ist der Haarausfall behandelbar und nicht von Dauer. Wir erklären euch, mit welchen Symptomen die Erkrankungen einhergehen, damit ihr sie im Notfall schnell erkennen könnt.

Anlagebedingter Haarausfall

Bei Frauen tritt der anlagebedingte Haarausfall besonders im Scheitelbereich zutage, kann sich von dort aus jedoch auch zur Seite und nach hinten ausbreiten. Allerdings bilden sich nur selten richtige kahle Stellen. Es kann jedoch vorkommen, dass die Kopfhaut an manchen Stellen sichtbar wird. In der Regel sind Frauen erst nach den Wechseljahren vom anlagebedingten Haarausfall betroffen.

Männer und Haarausfall
Häufig sind Männer von Haarausfall betroffen – aber auch Frauen können Haarausfall bekommen, mehr dazu im Beauty-Artikel. © Pekic

Diffuser Haarausfall

Beim diffusen Haarausfall fallen die Haare meist gleichzeitig aus. Dabei beschränkt sich der Haarausfall nicht auf bestimmte Stellen, sondern betrifft das gesamte Kopfhaar.

Kreisrunder Haarausfall

Der kreisrunde Haarausfall ist vermutlich am einfachsten zu erkennen. Wie der Name schon sagt, bilden sich plötzlich kahle, meist kreisrunde oder ovale Stellen. Diese müssen nicht im Kopfhaar in Erscheinung treten, auch Wimpern oder Augenbrauen können davon betroffen sein.

Welche Hausmittel gegen Haarausfall helfen können

Wenn euch vermehrt die Haare ausfallen, könnt ihr zunächst einmal versuchen, mit einfachen Mittel gegenzusteuern. Das Beste: Es sind alles Dinge, die ihr zu Hause habt. Mit diesen einfachen Mitteln könnt ihr das Wachstum eurer Haare auf natürliche Art steigern und dem Haarausfall schonend entgegenwirken.

Apfelessig
Wie so oft findet ihr die beste „Medizin“ direkt bei euch zuhause – so gibt es auch viele Hausmittel, die bei Haarausfall helfen. © Hector Pertuz

Apfelessig

Apfelessig ist ein altbewährtes Mittel mit vielen Anwendungsgebieten. Mit Wasser verdünnt als DIY-Haarspülung kann er dafür sorgen, dass die Haare widerstandsfähiger werden. Durch seine natürliche Säure desinfiziert er außerdem die Kopfhaut und tötet so Bakterien und Pilze. Ganz nebenbei reinigt er auch noch verstopfte Poren. Zur Anwendung einfach die Spülung in die Haare und in die Kopfhaut einmassieren und 5 bis 10 Minuten einwirken lassen. Wem der Geruch zu unangenehm ist, kann die Haare anschließend mit kaltem Wasser ausspülen, ansonsten lässt der Geruch im Laufe des Tages von ganz allein nach.

Brennnesseln

Brennnesseln enthalten viele – besonders für das Haarwachstum – wichtige Stoffe wie Eisen, Kalzium und Vitamin B, C, D und E. Diese können den Haaren und ihren Wurzeln helfen, sich zu regenerieren und sie zu kräftigen. Anwendbar ist Brennnessel vielfältig: Ihr könnt die Pflanze zu einer Haarkur verarbeiten, so wird die Durchblutung der Kopfhaut angeregt und die Inhaltsstoffe gelangen direkt in die geschädigten Zellen. Ansonsten könnt ihr aber auch Brennnesselsamen in verschiedenen Formen zu euch nehmen. In Salaten, Suppen oder Müslis lassen sie sich einfach in den Speiseplan integrieren und geben dem Körper wichtige Vitamine und Mineralien, die er zur Stärkung der Haare braucht.

Kokosöl

Kokosöl funktioniert ähnlich wie Apfelessig. Als Haarkur in die Kopfhaut einmassiert, hilft es Pilze und Viren einzudämmen und Haarausfall zu lindern. Die Haarkur lasst ihr entweder für eine halbe Stunde oder eine ganze Nacht einwirken, anschließend könnt ihr sie ganz normal waschen. Erfreulicher Nebeneffekt: Die Haare duften herrlich nach Kokos.

Haferflocken

Haferflocken schmecken nicht nur super im Müsli, sie können auch noch ganz nebenbei dabei helfen, das Haarwachstum anzuregen. Durch ihren hohen Gehalt an Zink, Biotin, Proteinen, Kupfer und Vitamin-B können sie das Haar vor Haarausfall schützen. Gleichzeitig fördern die natürlichen Mineralien Eisen, Kalium, Magnesium und Phosphor, die im Hafer enthalten sind, auch noch das Haarwachstum. Damit die Haferflocken ihre volle Wirkung entfalten können, solltet ihr sie regelmäßig und mindestens für einige Wochen zu euch nehmen.

Haferflocken helfen bei Haarausfall
Apfelessig, Kokosöl oder auch Haferflocken – welche Hausmittel bei Haarausfall helfen und diesen auch vorbeugen können, lest ihr im Beauty-Artikel. © kazmulka

Aloe vera

Aloe vera kann ebenfalls helfen, Keime von der Kopfhaut zu beseitigen. Hierfür einfach das Gel einmassieren. Mit seiner feuchtigkeitsspendenden Wirkung wird die Kopfhaut gleichzeitig gepflegt und revitalisiert.

Bockshornklee

Bockshornklee bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten gegen Haarausfall. Die Wirkung ist sogar 2006 in einer Studie bewiesen worden. Die Proteine, die in den Samen enthalten sind, können das Haarwachstum steigern. Der Klee selbst beinhaltet viele Stoffe und Spurenelemente, die helfen, den Nährstoffbedarf des Körpers zu decken. Damit kann er auch zu einem verbesserten Haarwachstum beitragen. Die Anwendungsmöglichkeiten sind dabei vielfältig: Aus den getrockneten Samen lässt sich ein Tee zubereiten, der aufgebrüht (und abgekühlt) auch als Spülung für die Haare geeignet ist. Dies kann helfen, dem Haarausfall vorzubeugen und die Kopfhaut zu reinigen und zu pflegen. Die nicht getrockneten Samen könnt ihr mit heißem Wasser übergießen, sodass nach einigen Minuten daraus ein Gel entsteht, dass sich einfach in die Kopfhaut einmassieren lässt. Auch gemahlene Bockshornkleesamen können zum Schutz vor Haarausfall verwendet werden. Diese einfach mit ein bisschen Wasser zu einer Paste anrühren und auf die Kopfhaut auftragen. Nach einer guten halben Stunde mit lauwarmem Wasser ausspülen, fertig. Allerdings braucht auch Bockshornklee eine häufigere Anwendung, um seine volle Wirkung entfalten zu können. Am besten mehrmals die Woche.

Diese Hausmittel können dabei helfen, Haarausfall vorzubeugen, doch sollte keines der Mittel zu sichtbaren Erfolgen führen, ist es ratsam noch einen Profi hinzuziehen! Wir erklären euch, wie eure Ärztin oder euer Arzt feststellen kann, um welche Art von Haarausfall es sich handelt und wie er sich behandeln lässt.

Diagnose Haarausfall
Diagnose Haarausfall – was hilft euch jetzt weiter? Die besten Tipps und Tricks findet ihr im Beauty-Artikel. © FG-Trade

Langanhaltender Haarausfall – was tun?

Wenn ihr das Gefühl habt, euch fallen mehr als die üblichen 70 bis 100 Haare aus, ist es ratsam euch Hilfe zu suchen. Hierfür wendet ihr euch am besten an eine Dermatologin oder einen Dermatologen. In manchen Krankenhäusern gibt es aber auch eine besondere Haarsprechstunde.

Wie kommt es zu einer Diagnose?

Um sich ein bestmögliches Bild der Situation machen zu können, wird eure Ärztin oder euer Arzt erst einmal eure Vorgeschichte abfragen. Bei Frauen spielen für die Diagnose häufig auch Veränderungen des Zyklus, die Einnahme der Pille oder Schwangerschaft eine wichtige Rolle. Anschließend werden eure Haare mit einer Lupe untersucht, ein Zupftest hilft die Standhaftigkeit der Haare zu klären. Mithilfe einer Computeranalyse der Haare können tiefere Erkenntnisse gewonnen werden, in manchen Fällen hilft auch eine Blutuntersuchung.

Wie könnt ihr Haarausfall behandeln?

Wenn die Ursache des Haarausfalls erst einmal gefunden ist, kümmert sich eure Ärztin oder euer Arzt um die richtige Behandlung. Diese geschieht immer auf Grundlage der Diagnose. Eine Behandlungsmöglichkeit sind Medikamente. Der Blutdrucksenker Minoxidil kann bei erblich bedingtem Haarausfall dafür sorgen, dass neue, kräftigere Haare nachwachsen. Kortison oder Dithranol können lokal angewendet bei kreisrundem Haarausfall helfen. Gegen hormonbedingten Haarausfall können Anti-Androgene helfen. Die Tabletten können die Wirkung männlicher Hormone auf die Haarwurzeln einschränken und das Haarwachstum anregen, indem sie die Durchblutung der Kopfhaut fördern. In manchen Fällen kann auch eine Haartransplantation ratsam sein. Hierfür werden Haare am Hinterkopf entnommen und mithilfe von Mikroschlitzen an den kahlen Stellen eingesetzt. Diese Eingriffe bergen natürlich auch die Gefahr von Nebenwirkungen wie Schwellungen oder Wassereinlagerungen. Ist eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Mangelernährung für den Haarausfall verantwortlich, muss diese ebenso therapiert werden. In manchen Fällen sind auch Medikamente für den Haarverlust verantwortlich, in diesem Fall schaut eure Ärztin oder euer Arzt nach alternativen Präparaten. Ihr seht also, Haarausfall ist kein Grund zur Panik. Es gibt zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten für die verschiedenen Diagnosen. Und manchmal besteht überhaupt kein Handlungsbedarf, denn es kann auch sein, dass die Haare von ganz allein wieder nachwachsen.

Haarausfall: von Mensch und Tier
Haare im Bett sind oftmals nicht nur auf geliebte Haustiere zurückzuführen – Tipps gegen Haarausfall bei Menschen, lest ihr hier. © Delmaine Donson

Weitere Behandlungsmöglichkeiten bei Haarausfall

Mit Akupunktur können blockierte Energieflüsse freigesetzt werden, dies kann gerade bei kreisrundem Haarausfall zu einer Verbesserung führen. Auch Homöopathie kann helfen. Die richtige Behandlungsmöglichkeit besprecht ihr am besten mit einer erfahrenen Homöopathin oder einem erfahrenen Homöopathen. Aggressive Haarpflegeprodukte mit zu viel Chemie können die Haare ebenfalls schädigen, darum kann es helfen, auf natürliche Shampoo-Alternativen umzusteigen, die schonender sind.

Fazit

Haarausfall ist im ersten Moment ein beängstigendes Thema, aber es gibt viele Hausmittel, die helfen können, Haarausfall vorzubeugen. Wichtig ist, dass erst Grund zur Sorge besteht, wenn ihr mehr als 70 bis 100 Haare am Tag verliert. Dann solltet ihr schauen, ob ihr Hinweise entdecken könnt, um welche Form des Haarausfalls es sich handelt. Die häufigsten Vorkommen sind anlagebedingter Haarausfall, diffuser Haarausfall und kreisrunder Haarausfall. Wenn ihr der Meinung seid entsprechende Symptome bei euch zu entdecken, wendet euch am besten direkt an eure Dermatologin oder euren Dermatologen. Die helfen euch bei der richtigen Diagnose und Behandlung.

Haarausfall: Die Fakten
Was hilft wirklich gegen Haarausfall und wie lässt sich dieser Diagnose entgegenwirken? Mehr dazu im Beauty-Artikel. © macniak

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