- Bildquelle: Jay Yuno © Jay Yuno

Was ist eine Sonnenallergie?

Wenn wir von einer Sonnenallergie sprechen, reden wir meist von Quaddeln, Juckreiz und Pusteln auf der Haut, die nach einem Sonnenbad auftreten. Insbesondere die ersten Sonnenstrahlen des Jahres machen uns zu schaffen. Wenn es Richtung Sommer geht, schwächen sich die Sonnenallergie-Symptome meistens ab, obwohl die Sonneneinstrahlung intensiver wird. Die von uns als Sonnenallergie bezeichneten juckenden Pickel und Quaddeln lassen sich mehrheitlich einer der folgenden Krankheiten zuordnen.

Sonnenschirm bietet Schutz gegen UV-Strahlung
Ja, zu viel Sonne kann zu Quaddeln, Juckreiz und auch Pusteln auf der Haut führen – was dagegen hilft und wie ihr dagegen vorbeugen könnt, lest ihr hier. © Portra

Polymorphe Lichtdermatose

Die polymorphe Lichtdermatose, kurz PLD, ist die häufigste Hautreaktion auf die Sonne. Sie entsteht durch ungewohnt hohe UV-A-Strahlung und ist etwa 24 bis 48 Stunden nach intensiver Sonnenbestrahlung sichtbar. Die Rötungen und der Juckreiz betreffen meistens hellhäutige Menschen, Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Wenn wir einmal von der polymorphen Lichtdermatose betroffen sind, tritt sie in vielen Fällen immer wieder auf, bis sich die Haut im Laufe der Jahre an die UV-A-Strahlung gewöhnt hat und die Symptome schwächer werden und seltener auftreten.

Mallorca-Akne

Kleine Hitzepickel nach dem Sonnenbad werden häufig als Mallorca-Akne bezeichnet, sie entwickelt sich vorrangig bei jüngeren Menschen, die zu unreiner Haut und Akne neigen. Die Lipide fetthaltiger Sonnencremes verstopfen die Poren, durch das Schwitzen und der körpereigenen Talgproduktion entstehen Pickel. Meist treten sie im Gesicht oder am Dekolleté auf, also dort, wo mehr Talgdrüsen sitzen.

Sonnenhut
Mallorca-Akne: Eine allergische Reaktion nach dem Sonnenbaden auf der Haut – achtet auf ausreichend Sonnenschutz und erhaltet euch so ein junges, gesundes Hautbild. © Orbon Alija

Phototoxische Reaktion

Reagiert eure Haut auf chemische oder natürliche Inhaltsstoffe aus Kosmetika, Parfums oder Medikamenten mit sonnenbrandähnlichen Reaktionen oder Bläschen, kann es sich um eine phototoxische Reaktion handeln. Pflanzensäfte von Feigenbaum, Angelika, Johanniskraut oder Zitrusfrüchten, aber auch Antibiotika und Antidepressiva können der Auslöser sein.

Lichturtikaria

Lichturtikaria ist eine besondere Form der Nesselsucht, bei der die für die Urtikaria typischen Quaddeln und Juckreiz nach der Einwirkung von Sonnenlicht entstehen. Sie betrifft meist junge Menschen und Frauen häufiger als Männer.

Sonnenschutz: Ein schattiges Plätzchen ist wichtig!
Sonnenschutz ist das A und O! Warum ihr euch für das nächste Sonnenbaden unbedingt für ein schattiges Plätzchen entscheiden solltet, verraten wir euch im Beauty-Artikel. © jacoblund

An diesen Symptomen erkennt ihr eine Sonnenallergie

Auch wenn die Sonnenallergie-Symptome je nach Krankheit unterschiedlich sind, haben sie alle eines gemeinsam: den Juckreiz. Hautrötungen, Bläschen oder Quaddeln bilden sich auf der Haut, manchmal entstehen zusätzlich Knötchen oder Schwellungen. Während sich die Reaktionen bei der polymorphen Lichtdermatose erst nach 1 bis 2 Tagen zeigen, bilden sich die juckenden Quaddeln, Hitzepickel und Rötungen bei der Lichturtikaria innerhalb von Minuten nach dem Kontakt mit der Sonne. Die Symptome treten nur dort auf, wo die Haut Kontakt mit der Sonne hatte, etwa an Armen und Beinen, Hals, Gesicht und Dekolleté.

Was hilft bei Sonnenallergie?

Wenn ihr allergische Symptome auf eurer Haut beobachtet, solltet ihr für einige Tage direktes Sonnenlicht meiden. Benutzt einen Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor und bedeckt die Haut, um sie vor der Sonneneinstrahlung zu schützen. Verschiedene Hausmittel gegen Sonnenallergie können in vielen Fällen den Hautausschlag lindern, manchmal ist auch eine medikamentöse Behandlung der Hitzepickel notwendig, konsultiert einen Arzt oder eine Ärztin, wenn die Symptome nicht abklingen oder sich verschlechtern.

Aloe Vera
Milchprodukte, Aloe Vera, Gurken und mehr – schenkt eurer Haut nach dem Sonnenbaden reichlich Feuchtigkeit. Keine After Lotion zur Hand? Dann lernt jetzt unsere Beauty-Helferlein aus dem Haushalt kennen. © torwai

Hausmittel gegen Sonnenallergie

In vielen Fällen lassen sich die Sonnenallergie-Symptome mit Hausmitteln lindern. Diese Hausmittel haben sich bewährt:

  • Milchprodukte wirken kühlend, entzündungshemmend und lindern den Juckreiz. Tragt dazu Quark oder Joghurt dick auf ein sauberes Baumwolltuch oder tränkt es mit Buttermilch. Anschließend legt ihr die Auflage etwa 30 Minuten auf die betroffene Hautpartie und wascht die Reste hinterher mit lauwarmem Wasser gründlich ab. Die kühlenden Wickel könnt ihr bis zu dreimal täglich auflegen.
  • Kalte Umschläge mit Wasser oder Tee können den Juckreiz lindern und die Haut angenehm kühlen.
  • Aloe vera, das Multitalent unter den Heilpflanzen kühlt und beruhigt die Haut. Verwendet nur unparfümiertes Aloe-vera-Gel, um die Haut nicht zusätzlich zu reizen. Wenn ihr eine Aloe-vera-Pflanze zu Hause habt, könnt ihr ein Blatt der Pflanze aufschneiden und den Saft direkt auf die betroffenen Stellen auftragen.
  • Gurken helfen nicht nur gegen Augenringe, sie können auch bei einer Sonnenallergie Abhilfe schaffen. Schneidet eine gekühlte Salatgurke in Scheiben und legt sie auf die betroffenen Hautpartien, das kühlt angenehm und versorgt die Haut mit Feuchtigkeit.

Sollten allerdings Schwindel, Übelkeit oder Blutdruckabfall auftreten oder die Hitzepickel mit dem Hausmittel nicht verschwinden, ist ein Besuch bei eurer Ärztin oder eurem Arzt angesagt.

Medikamentöse Therapie bei Sonnenallergie

Nicht immer gelingt es, die Beschwerden einer Sonnenallergie mit Hausmitteln zu lindern. Dann solltet ihr auf jeden Fall mit eurer Ärztin oder eurem Arzt besprechen, ob eine medikamentöse Therapie notwendig ist. Antihistaminika in Salben- oder Tablettenform mildern den Juckreiz und lassen die Rötungen schneller verschwinden. Bei einer Sonnenallergie wirken Cremes mit Kortison entzündungshemmend und mildern so die Beschwerden.

Sonnenschutz ist wichtig für das Hautbild
Sonnenschutz ist nicht nur wichtig für euer Hautbild! Unsere Redaktion verrät euch effektive als auch stylische Tipps, die euch im Sommer begleiten sollten. © MangoStar Studio

Sonnenallergie vorbeugen: So gelingt es 

  • Meidet direkte Sonneneinstrahlung und haltet euch bevorzugt im Schatten auf, insbesondere während der Mittagszeit, wenn die Sonne am höchsten steht.
  • Gewöhnt eure Haut langsam an die Sonneneinstrahlung und fangt am besten direkt im Frühling damit an.
  • Verwendet bei Sonnenallergie eine Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor, nicht nur vor dem Sonnenbad, sondern immer, wenn ihr nach draußen geht.
  • Schützt euch mit Kleidung vor den Sonnenstrahlen: Am besten helfen spezielle Textilien mit UV-Schutzfaktor, aber auch Hüte, Tücher und Blusen aus wenig lichtdurchlässigem Material halten die UV-Strahlung teilweise von der Haut ab.
  • Bei einer Neigung zu Mallorca-Akne solltet ihr leichten Sonnenschutz in Gelform verwenden, der frei von Fetten, Ölen und Emulgatoren ist.
  • Benutzt vor dem Sonnenbad keine Kosmetik mit Duft-, Farb- oder Konservierungsstoffen, sie kann eventuell phototoxische Reaktionen auslösen.
  • Bei starker Sonnenallergie wie schwerer polymorpher Lichtdermatose kann die Haut mit einer Fototherapie langsam an die Sonneneinstrahlung gewöhnt werden. Bei der auch als Light-Hardening bezeichneten Abhärtungstherapie wird die Haut in mehreren Sitzungen mit UV-Licht in steigender Dosis bestrahlt.
  • Tabletten mit Folsäure, Vitamin B3, Zink, Betacarotin und Calcium können eine Sonnenallergie vorbeugen. Die Wirksamkeit ist nicht wissenschaftlich belegt, aber viele Betroffene haben eine Besserung der Symptome beobachtet.

Einmal Sonnenallergie, immer Sonnenallergie?

Eine Sonnenallergie ist nicht heilbar und begleitet euch das ganze Leben. Wenn sich die Haut jedoch an die Sonnenstrahlung gewöhnt, werden die Symptome meistens im Laufe der Zeit geringer. Durch vorbeugende Maßnahmen und ein geeignetes Therapiekonzept könnt ihr schwere Ausbrüche in der Regel verhindern und die Beschwerden der Sonnenallergie mildern.

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Der Sonnenschirm bietet Schutz vor direkter Sonnenstrahlung – dennoch braucht ihr nicht auf einen gebräunten Teint verzichten. Mehr zum Thema „Sonnenschutz“ lest ihr im Beauty-Artikel. © quintanilla

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