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In diesem Beitrag erfährst du:

  • Was UV-Strahlen eigentlich sind und dass Sonnenschutz die größte nachgewiesene Anti-Aging Wirkung hat 
  • dass nicht alle Sonnencremes weißeln und du zwischen 2 UV-Filtern mit unterschiedlicher Funktionsweise entscheiden kannst
  • Welche verschiedenen Sonnenpflegeprodukte es gibt und dass sie nicht zwangsläufig Pickel und Irritationen verursachen
  • Wie viel Sonnencreme du benötigst, wie lange sie hält und dass du die Schutzwirkung ganz leicht mit einer simplen Formel berechnen kannst 
  • Sonnengebräunte Haut - das Schönheitsideal schlechthin
    Sonnengebräunte Haut ist in unseren Breitengraden ein gesundes Schönheitsideal – wer eine knackige Bräune möchte, sollte vorab die Haut mit Sonnencreme eincremen, sodass schädliche Verbrennungen der Haut erspart werden. © GettyImages/Courtneyk

UVA-Strahlung gelangt durch Glasscheiben

Nein, das ist kein Mythos, sondern leider die traurige Wahrheit. Eine gewöhnliche Fensterscheibe kann UV-Strahlen nicht komplett abwehren, deine Haut ist also trotz Glas nicht vor Sonnenschäden sicher. Bevor wir dir allerdings erklären, was genau alles passieren kann und wie du dein Gesicht mit Sonnencreme schützt, ist zunächst ein kleiner Crashkurs in Sachen UV-Strahlung notwendig: UV steht für ultraviolett. Die Strahlen existieren in verschiedenen Wellenlängen und -stärken und werden grundsätzlich in UV-A-, UV-B- und UV-C-Strahlen unterteilt. Letztere können von den oberen Atmosphäre-Schichten gefiltert werden und erreichen die Erdoberfläche nicht. Für uns Menschen ist demnach nur UV-A und UV-B relevant. Dabei gilt: Je kürzer die Wellenlänge, desto gefährlicher die UV-Strahlung. UV-B-Strahlen sind deutlich kürzer und bescheren dir beim ungeschützten Sonnenbaden nicht selten einen fiesen Sonnenbrand. Auf lange Sicht sind sie sogar krebserregend. UV-A ist an sich ungefährlich, trägt aber erheblich zur Hautalterung bei und das will niemand. Faustregel: UV-B wie Brand, UV-A wie Alterung. Aber wie gefährlich ist die Sonne trotz Fensterscheibe? Die gute Nachricht zuerst. Um UV-B brauchst du dich hier nicht zu sorgen. Die Strahlen können Glasscheiben nicht passieren, einen Sonnenbrand wirst du dir also nicht holen. Anders sieht es mit UV-A aus. Sie gelangen durch das Glas direkt auf deine Haut und in deine Augen und treiben dort ihr Unwesen – hallo vorzeitige Hautalterung! Ausgenommen sind hier Windschutzscheiben im Auto. Diese sind so konzipiert, dass weder UV-B-, noch UV-A-Strahlen durchdringen können, immerhin. Tipp: Vorhänge zuziehen oder vorm Fenster immer eine Sonnencreme mit ausreichend UVA-Schutz auf dein Gesicht auftragen. Eine Tagescreme mit LSF reicht leider oft nicht aus. Mehr dazu weiter unten.

Sonnencreme gegen Falten: Der Anti-Aging Effekt

Es gibt haufenweise Cremes, Seren, Masken & Co, die mit Anti-Aging Wirkung werben. Die einzige Pflege, deren Effekt gegen Falten jedoch wirklich nachgewiesen ist, ist die Sonnencreme. Zwar besitzt diese keine aufpolsternden und zellregenerierenden Eigenschaften. Täglich angewandt beugt sie Linien und Falten aber vor. Denn UV-A-Strahlen dringen tiefer in unsere Hautschichten ein und sind durch Photoaging für 80% der Hautalterung verantwortlich. Sie bilden freie Radikale, die unsere Kollagenstruktur in der Haut beschädigen. Die Folgen machen sich dann erst Jahre später in Form von Fältchen und Pigmentflecken bemerkbar und sind nicht oder nur schwierig zu beseitigen. Sonnenschutz für dein Gesicht sollte daher jeden Tag aufgetragen werden. 

Tipps & Tricks bei vermeintlichen Ausreden

Wer etwas auf seine Hautgesundheit gibt, für den ist Sonnencreme Pflicht. Punkt. Dennoch wird der UV-Schutz im Alltag gerne vergessen. Schuld daran sind allerhand Gerüchte und Halbwahrheiten, die den Sonnenschutz schlecht dastehen lassen. Welche Ausreden zum Verzicht auf LSF berechtigt sind und welche nicht, verraten wir hier.

1. Vorwand: Sonnencreme nur bei Sonnenschein

Sonnencreme nur bei Sonnenschein auftragen zu müssen ist wohl das gängigste und fatalste Missverständnis in puncto Hautpflege. Denn UV-A ist allgegenwärtig, leider auch dann, wenn die Sonne nicht scheint. Wolken halten nur etwa 20% der Strahlung ab. Die restlichen 80% haben freie Bahn und gelangen ungefiltert auf unsere Haut. Grundsätzlich verlängert Sonnencreme nur den Eigenschutz der Haut. Hier lohnt es sich also, seinen individuellen Hauttyp zu kennen und in etwa einzuschätzen, ab wann es Zeit wird, nachzucremen. Die Tabelle hilft dir bei der Zuordnung:

Typ 1 Typ 2 Typ 3 Typ 4 Typ 5 Typ 6
  • Sehr helle Haut 
  • Sommersprossen
  • Neigt zu Sonnenbrand
  • Helle Haut
  • Bräunt nur sehr langsam
  • Helle Haut
  • Verbrennt, wird danach braun
  • Mediterran
  • Im Winter blass, im Sommer schnell braun
  • Selten Sonnenbrand
  • Immer braun /oliv
  • Nie Sonnenbrand
  • Wirklich dunkle Haut
  • auch im Sommer kaum dunkler

Wenn du deinen Hauttyp weißt, kannst du berechnen, wie lange der aufgetragene Sonnenschutz etwa hält. Wie genau das geht, erfährst du weiter unten.

2. Vorwand: Pickel nach der Anwendung von Sonnencreme

Dass jede Sonnencreme uns Akne im Gesicht beschwert ist eine faule Ausrede und salopp gesagt, völliger Quatsch. Es gibt heutzutage mehr als genügend Sonnenpflegen auf dem Markt, die auf die unterschiedlichsten Hautbedürfnisse abgestimmt sind. Auch hier gilt es, nicht einfach ein x-beliebiges Sonnenprodukt aus dem Regal zu holen, sondern die Angaben auf der Packung vorher zu studieren. Wer von Haus aus fettige oder zu Akne neigende Haut hat, sollte zu Produkten mit nicht-komedogener, also leichter Rezeptur greifen. Sensible Haut, die schnell zickig oder allergisch reagiert, wäre hingegen mit einer Pflege frei von Duft- und Konservierungsstoffen und ohne Alkohol gut bedient. Einfach mal durchstöbern. Es ist für jeden etwas dabei – versprochen.

3. Vorwand: Meine Tagescreme hat einen Lichtschutzfaktor

Wirbt deine Gesichtspflege mit einem Lichtschutzfaktor dann ist das schon mal gut, aber nicht genug. Zum einen geht der Lichtschutzfaktor hier meist nicht über 20 hinaus – viel zu wenig. Zum anderen ist in der gewöhnlichen Tagespflege oft nur ein UV-B-Filter enthalten. Der schützt die Haut gegebenenfalls vor einem Sonnenbrand, wenn du deine Mittagspause draußen verbringst (davon raten wir aber in jeden Fall ab), nicht jedoch vor Hautalterung. Achte also darauf, was auf der Packung deiner Tagescreme angegeben ist und trage den Sonnenschutz im Anschluss trotzdem auf – wichtig!

Nicht vergessen: Sonnencreme!
Braun gebrannt nach einem Tag am Strand – für viele von uns ein Highlight im Sommer-Urlaub. Unser Tipp: Sonnencreme mit ausreichend UV-Lichtschutz nicht vergessen! © GettyImages/Katleho Seisa

4. Vorwand: Unangenehmes kleben 

Auch hier kommt es auf die Zusammensetzung der Sonnencreme an. Setze beim Kauf auf eine leichte Textur, die zu deinem Hautzustand passt, vorzugsweise mit einem chemischen UV-Filter. Dieser zieht in die Haut ein und verklebt sie nicht. Genaueres zu den Sonnenfiltern kannst du unten nachlesen.

5. Vorwand: Meine Foundation wird durch Sonnencreme verschmiert

Dass Foundation durch die Sonnencreme verwischt, ist immer dann der Fall, wenn die Textur der Sonnenpflege zu fettig, d.h. nicht wasserbasiert ist (die Wasserbasis erkennst du daran, dass “Aqua“ bei den Inhaltsstoffen oben gelistet ist). Sie liegt auf der Haut auf und verschmiert leichter. Dem Verschmieren kannst du also leicht vorbeugen, indem du die Inhaltsstoffe scannst. Sonnencreme ist der letzte Schritt in deiner Pflegeroutine. Unabhängig davon welche Sonnenpflege du verwendest, solltest du sie unbedingt etwa 10 Minuten einziehen lassen, bevor du mit Foundation nachlegst – immer. 

6. Vorwand: Weißer Film durch den UV-Schutz

Ebenfalls eine Halbwahrheit: UV-Schutz kann weißeln, muss aber nicht. Der Grund für den weißen Film auf der Haut liegt hier am UV-Filter. Grob gesagt, gibt es zwei verschiedene Filtersysteme, die sich in ihrer Funktionsweise und Zusammensetzung unterscheiden. Physikalische bzw. mineralische UV-Filter enthalten Titandioxid oder Zinkoxid. Diese legen sich als Partikel auf die gesamte Hautoberfläche und reflektieren das Sonnenlicht. In Nano-Größe, also sehr kleiner Partikelgröße, fällt der Weißel-Effekt weg. Chemische Filter sind unsichtbar, da sie in die Haut einziehen. Dort fangen sie die UV-Strahlen ab und wandeln sie in Energie um, die dann in Form von Wärme an Körper und Umwelt abgegeben wird. Leider sind in chemischen Filtern häufig Ethylhexyl Methoxycinnamate und Avobenzone – bei den Inhaltsstoffen als “Butyl Methoxydibenzoylmethane“ gelistet – sowie Octocrylene enthalten. Sie können in unseren Hormonhaushalt eingreifen und Allergien auslösen und sind deshalb umstritten. Und woran erkenne ich den Unterschied zwischen mineralischen und chemischen Sonnencremes jetzt? -Keine Sorge, du musst kein(e) Hobbychemiker:in sein, um das herauszufinden. Die Filter werden in den INCI, oder auch Inhaltsstoff-Listen, genannt. Auf den Produkten müssen sie ebenfalls deklariert werden. Titandioxid und Zinkoxid sind einfach in der Liste zu entdecken. Chemische Filter verbergen sich oftmals hinter relativ langen Wortgebilden. Im Internet sind Sonnenschutzfilter bei Pharmawiki sehr gut beschrieben.

Für welchen Lichtschutzfaktor sollte ich mich entscheiden?

Welcher Lichtschutzfaktor letztlich der beste ist, hängt ganz entscheidend von deinem jeweiligen Hauttyp ab. Multipliziere die Eigenschutzzeit (für die meisten Mitteleuropäer ca. 10 - 20 Minuten) mit dem LSF, um deine maximale Expositionszeit innerhalb von 24 Stunden zu berechnen. Das Ergebnis liefert dir die Anzahl an Minuten, die du in der Sonne bleiben darfst. LSF30 gibt also eine wesentlich kürzere maximale Expositionszeit als LSF50 oder LSF50+. Beim LSF30 gelangen pro Zeiteinheit ca. 5% der Strahlung auf die Haut, bei LSF50+ nur etwa 2.5%. Wenn du nur kurz in die Sonne willst, reicht ein SPF30, ansonsten empfehlen wir LSF 50+. 

Die richtige Anwendung von Sonnencreme

Bei der korrekten Anwendung von Sonnencreme kommt es im Wesentlichen auf 2 Punkte an: Menge und Zeitpunkt. Wie viel Sonnenschutz du letztlich auftragen solltest, variiert. Bedenke bitte, dass bei Sonnenschutz weniger nicht mehr ist, sondern „zu wenig“. Erwachsene brauchen für den Körper in der Regel einen gehäuften Esslöffel Sonnencreme, für das Gesicht reicht ein Teelöffel. Dermatologen raten dazu, lieber eine Sonnencreme mit einem LSF30 in zwei Schichten aufzutragen als einen LSF50+ zu sparsam. Neueste Texturen sind so zart und ziehen so gut in die Haut ein, dass du bedenkenlos drauf los cremen kannst. Danach gerne 10 bis 15 Minuten verstreichen lassen, bevor du rausgehst. Gerade chemische UV-Filter benötigen immer etwas Zeit, bis sie ihre Schutzwirkung entfalten. Erst unterwegs mit dem Cremen zu beginnen, ist damit riskant. Anders sieht es bei physikalischen Filtern aus. Hier beginnt der Schutz mit dem Auftragen der Creme. Lichtschutzfaktor und Aktivitäten entscheiden darüber, wie lange deine Sonnencreme letztlich hält. Damit der Schutz der Haut während der ursprünglich berechneten Expositionszeit auch gewährleistet werden kann, ist stetiges nachcremen unerlässlich. Denn: Durch schwitzen, abtrocknen, schwimmen etc. wird der Schutz abgebaut.

Sonnencreme - dein täglicher Begleiter
Sonnenbräunen am Strand, Freizeitaktivität im Freien, oder die Mittagspause im Park – die Sonnencreme ist immer dabei! Warum du jeden Tag Sonnencreme tragen solltest, erfährst du im Artikel. © GettyImages/Westend61

Tipps & Tricks rund um das Eincremen & die Vorbereitung auf Sonne

Auch den vorbildlichsten Sonnenanbeter:innen passieren hin und wieder Fehler beim Eincremen. Damit das künftig nicht mehr passiert, haben wir ein paar Tipps und Tricks für dich zusammengefasst. Wasserfeste Sonnencreme Zahlreiche Sonnenpflegen werben damit, wasserfest zu sein. Das ist schön und gut, stimmt aber nur bedingt. Denn Schwitzen und exzessivem Badespaß kann auf Dauer auch die fettigste Creme nicht Stand halten. Nach der Abkühlung also jedes mal nachcremen! Keine Stellen vergessen Häufig wird nicht nur zu wenig Sonnencreme aufgetragen, sondern ganze Stellen komplett vergessen. Dazu zählen mitunter: Nasenunterseite, Kiefer, Ohrenkanten, Stirnansatz, Scheitel. Merken! Sonnenpflege für Gesicht und Körper Faulpelze verwenden für Körper und Gesicht gerne die selbe Sonnencreme. Das ist besser als nichts, keine Frage, aber auch nicht optimal. Was für die gewöhnliche Bodylotion gilt, gilt auch bei der Sonnenpflege: Sie hat in deinem Gesicht nichts verloren, es sei denn, es steht explizit auf der Packung. Auch hier sind die Formulierungen verschieden formuliert und auf dünnere Gesichtshaut bzw. robustere haut am Körper zugschnitten. Also ruhig zweigleisig fahren. Make-up als Sonnenschutz? Make-up kann das schützende Titandioxid oder Zinkoxid enthalten. Die Eisenpigmente alleine, die dem Make-up die braune Farbe geben, schützen aber viel zu wenig, bestenfalls mit LSF 6-10. Die Farbpigmente bieten höchstens ein minimales Mehr an Schutz, weil sie die UV Strahlen reflektieren. Also lieber gleich einen getönten Sonnenschutz mit Eisenpigmenten verwenden.

Unverträglichkeiten durch Sonnencreme vorbeugen
Beuge unschöne Rötungen und schädliche Verbrennungen deiner Haut mit dem Auftragen von Sonnencreme vor und achte dabei auf Unverträglichkeiten und den richtigen UV-Lichtschutz. © GettyImages/Roberto David

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