- Bildquelle: Sons of Saltatio GABO © Sons of Saltatio GABO

Seit über 20 Jahren sind Saltatio Mortis in deutschen Landen als wandernde Musiker unterwegs. Haben auf Platz 1 chartende Alben rausgebracht, große und kleine Konzerte gespielt, die Maultrommel gedängelt, die Schalmei geblasen, die Gitarren geschrubbt und das Schlagwerg gedroschen. Sie haben „Kaufmann und Maid“ getroffen, vom „Dorn im Ohr“ geklagt, „Loki“ besungen und sich mehr als einmal gefragt: „Wo sind die Clowns?“. Zeiten wie die letzten anderthalb Jahre haben Sänger Alea der Bescheidene und seine Mannen zuvor jedoch noch nicht erlebt. Denn auch wenn man das ihrer Musik nicht anhört: Zu Zeiten der Pest zogen sie noch nicht übers Land.

Saltatio Mortis waren dabei immer vor allem ein Live-Erlebnis – und deshalb schmerzte es Fans und Band besonders, dass man nicht wie gewohnt miteinander tanzen konnte. Zu allem Überfluss hatte Alea dann auch noch einen Unfall bei einem Videodreh. Dem Webzine rockmagazine.net sagte Alea im vergangenen Herbst: „Das Jahr war für Saltatio Mortis wie für viele andere Bands auch ein sehr hartes Jahr, und dann hatten wir noch den nächsten Schlag, dass ich am 12. April letzten Jahres verunglückt bin. Das war sehr bitter. Es war sehr, sehr knapp. Daher sind wir umso froher, dass wir trotz aller Widrigkeiten nun ‚Für immer frei‘ doch auf die Straße gebracht haben.“

Vielleicht hatte es aber auch etwas Gutes, dass man sich nicht gleich mit den neuen Songs in die Konzerte werfen konnte. Denn „Für Immer Frei“ ist eine Art Konzeptalbum, mit einer sehr politischen Note. Alea erklärt: „Alle Songs handeln von Aspekten von Freiheit.“ Vor allem der Song „Linien im Sand“ sei der Band „sehr, sehr wichtig. Weil wir der Meinung sind, dass die Zeiten von Kleinstaatlereien und großen Grenzsystemen eigentlich vorbei sind. Ich bin ja großer SciFi- und Fantasyfan, und da hatte ‚Star Trek‘-Mastermind Gene Roddenberry mal die Idee von der ‚Vereinigte Föderation der Planeten‘. Mir würde es schon reichen, wenn wir im Moment eine ‚Vereinigte Föderation der Welt und der Menschen‘ hätten. Nicht dieses ‚Wir sind wir – und die sind die‘, das hat für mich so einen schlechten Beigeschmack, wenn man über die anderen spricht.“

Um für ihre bald anstehende Tour noch einmal Stimmung zu machen und ihren Fans nach langer Durststrecke neue Musik zu schenken, erscheint dieser Tage das aktuelle Album in einer neuen „Unsere Zeit“-Edition. Acht neue Songs sind drauf, aus denen vor allem die Single „Nie Allein“ hervorsticht. Die straighte, für Saltatio Mortis sehr jetztzeitige Rocknummer setzt auf einen dieser Refrains, die man mit tausenden Gleichgesinnten Arm in Arm singen möchte: „Wenn wir gehen / Gehen wir nie allein / Uns gehört die Nacht / Wenn wir gehen / Dann unsern eignen Weg / Freiheit wird aus Mut gemacht.“ Wenig später heißt es: „Zusammenhalt und Freundschaft / Der Stoff für unser Leben / Wir habens frei gewählt.“ Aus diesen Zeilen drängt förmlich der Wunsch, endlich wieder live zu spielen.  

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