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Achim Reichel ist ein zu Recht hoch geschätzter Musiker, Komponist, Produzent und Sänger, der uns einige unsterbliche Hits geschenkt hat. Dabei zählt er zu den wenigen Menschen, die gleichermaßen in der Popwelt wie auch in der Subkultur verehrt werden. Er hatte quatschig-gute Pop-Hits wie „Kuddel Daddel Du“ und dunkle, poetische Charakterstudien wie „Der Spieler“, das er mit dem leider früh verstorbenen Kultautor Jörg Fauser schrieb. Und Achim Reichel hat natürlich diesen einen Hit, den seit einigen Monaten sogar alle Teile der Welt kennen: „Aloha Heja He“, eine Hymne auf die Seefahrer, die es in Sansibar am schönsten fanden und „um 1910“ das Paradies gesehen haben. „Aloha heja he / Ihre Boote machten längsseits fest / Und mit dem Wind wehte Gelächter herüber.“ Wer kennt es nicht.

Reichels Hit hatte Ende 2021 plötzlich noch einmal gehörig Rückenwind – und zwar ausgerechnet in China. Ein User namens Mitschüler Zhang postete auf DouYin (ähnlich der anderen chinesischen App TikTok) Kurzvideos aus seinem Leben: Vom Aufstehen über Zähne putzen bis Tuk-Tuk fahren. Und im Hintergrund lief immer Reichels Hit "Aloha heja he" aus dem Jahr 1991. Warum auch immer, aber: 16 Millionen Follower vom Kollegen Zhang und viele weitere User, die den Song ebenfalls als Hintergrund-Sound für ihre Videos nahmen, pushten die Nummer auf die Nummer 1-Position der Shazam-China-Charts.

Die Nachricht schaffte es auch in die deutsche Presse und auf diesem Wege zu Oli.P, der nun eine außergewöhnliche Interpretation liefert.: „Als ich das gehört habe, bin ich aus dem Schmunzeln nicht mehr rausgekommen. Da sieht man wieder einmal: Musik verbindet! ...nicht nur Generationen, sondern Kontinente.“ Oli. P hatte diesen Titel schon immer geliebt und wollte schon länger ein Cover davon machen. Seine Frau Pauline hatte dann folgende Idee: „Der Refrain ist so schön, lass uns doch etwas Neues aus dem Lied machen. Können wir dem Refrain nicht einen neuen Inhalt geben?“

Gesagt, getan und so arbeiteten die beiden an „Hey Freiheit (Aloha Heja He)“. Dazu muss man wissen: Das Wort hat für das Ehepaar Petszokat eine ganz besondere Bedeutung. Vor über zwei Jahren musste Pauline wegen eines Hirntumors operiert werden. Die gesundheitlichen Folgen und das Zurückarbeiten ins Leben haben sie viel Kraft gekostet. „Jetzt stabilisiert sich der Gesundheitszustand meiner Frau langsam – und das gibt uns Freiheiten zurück. Wir können langsam wieder Dinge machen, die in der schwierigen Rekonvaleszenz-Zeit nicht möglich waren. Das ist für uns eine neue Freiheit, die Freiheit als Paar wieder durchatmen zu können. Ohne Pauline wäre ich nicht auf die Idee gekommen, den Titel so umzutexten.“ Dazu kommt noch ein nicht persönlicher Aspekt des Wortes Freiheit: „Ich bin dankbar für die Freiheit, die wir in diesem Land haben. Die Möglichkeit der Mitgestaltung, der Liebe, des Lebens allgemein hier. Das ist nicht selbstverständlich, wie wir durch den Krieg in Europa gerade mitbekommen.“

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