- Bildquelle: Seven.One Starwatch © Seven.One Starwatch

Es ist ja keineswegs so, dass Fury In The Slaughterhouse naive Hippies wären. Im Gegenteil: Ihr hymnischer Alternative-Rock hatte immer schon auch eine politische Note. Man schaue nur auf einen ihrer größten Hits: „Every Generation Got Its Own Disease“ aus dem Jahr 1993, der mit Blick auf die vergangenen drei Jahre geradezu prophetisch wirkte. Und auch über „Good Day To Remember“, jener Single, die sie sich zum 35. Bandjubiläum im Sommer schenkten, sagte Sänger Kai Wingenfelder: „An einer Stelle singe ich ja auch davon, dass die ‚world upside down‘ sei. Guck dich doch mal um: Umweltkrise, Kriege, der Kapitalismus wird immer gnadenloser. Es gibt so viele Dinge, wo man sieht, dass die Welt einen Weg einschlägt, der schnell in der Sackgasse enden kann. Viele von uns haben inzwischen Kinder, und ich muss ehrlich sagen, dass ich mich mies fühle, wenn ich denke, was meine Generation der nächsten aufbürdet. In diesem Song steckt irgendwie alles, was uns stört – wir sind ja keine unpolitische Kapelle. Aber wir wollten dem ganzen Mist ein positives Lied entgegensetzen.“

Warum wir dieses Zitat hier noch einmal aufgreifen? Weil es perfekt zur neuen Single passt und schon damals die Stoßrichtung vorzugeben scheint. „Better Times Will Come“ hat sanfte Achtziger-Vibes, den Biss eines guten Ohrwurms und vor allem sehr viel Fury. Sehr tanzbar erinnert man sich an dieses zeitlose Gefühl, verneigt sich vor den Fans und verpasst all jenen einen Tritt, die die Relevanz von Musik infrage stellen. Christof Stein-Schneider (Gitarre) sagt dazu: „Es heißt, wer singt, hat keine Angst, und wer keine Angst hat, glaubt an das Gute und hofft auf eine bessere Welt – und deswegen möchten wir mit ‚Hope‘ daran erinnern und Hoffnung bringen“. Und irgendwie haben sie ja recht: Die Welt brennt an vielen Ecken und Enden und trotzdem geht es vielen Menschen, vor allem in Deutschland, besser denn je. Wäre es da nicht besser, Hoffnung und Wohlstand für alle möglich zu machen, anstatt im apokalyptischen Klang der Schlagzeilen, Facebook-Rants und des Twitter-Sperrfeuers zu ersaufen? Eben. Hoffnung ist immer noch der beste Stoff für Veränderung – und die führt im Idealfall zu besseren Zeiten.

Kai Wingenfelder (Sänger), Thorsten Wingenfelder (Gitarre), Christof Stein-Schneider (ebenfalls Gitarre), Rainer Schumann (Schlagzeug), Gero Drnek (Keyboard, Gitarre und auch mal die Mandoline) und Christian Decker (Bass) haben auch viel Hoffnung mitgebracht, als sie nach langjähriger Bandpause das Comeback wagte – und damit direkt in die lähmende Pandemie rauschten. Aber sie gaben die Hoffnung nicht auf, machten das Beste draus, spielen Autokonzerte, erreichten mit dem Comeback-Album „NOW“ die höchste Charts-Platzierung in ihrer Karriere und holten, als „richtiges“ Touren wieder möglich war, die furiosen Comeback-Konzerte einfach nach.